IWC-Bilanz: Neue Schutzprogamme, aggressive Walfänger
Wichtige Fortschritte, aber auch neue Probleme:
Die Bilanz der Walfang-Konferenz in Italien fällt für
die Umweltstiftung WWF gemischt aus.
(vv) - Mit großer Sorge sieht der WWF die Entwicklung der
Internationalen Walfangkommission (IWC), deren 56. Tagung am Donnerstag
im italienischen Sorrent zu Ende ging. Die IWC-Tagungen
sind längst ein Drahtseilakt für den Walschutz. In Sorrent
mussten wir bis zur letzten Sekunde zittern. Am Ende konnten wir
noch einmal wichtige Fortschritte erzielen, erklärte
WWF-Artenschützer Volker Homes. Doch die aggressive
Politik Japans könnte schon 2005 auf der IWC in Korea den
Ausverkauf des Walschutzes einleiten.
Die Zahl der Pro-Walfang-Länder in der Kommission ist laut
WWF seit dem Jahr 2000 von neun auf über 20 gestiegen
und Japan werde weiter mit allen Mitteln Verbündete werben.
Angesichts dieser Entwicklung urteilt Homes: Wenn die internationale
Staatengemeinschaft nicht entschlossen handelt, droht in naher
Zukunft die feindliche Übernahme der Kommission durch die
Walfänger.
Beifänge drastisch reduzieren
Zu den Erfolgen der IWC-Tagung zählt der WWF die Absicht,
die Beifänge drastisch zu reduzieren. Schätzungsweise
300.000 Wale verenden Jahr für Jahr in Fischernetzen. Wir
sind froh, dass die Regierungen nun nach Lösungen suchen,
um das Sterben zu beenden, so Homes. Der WWF hatte erst
letzte Woche eine Studie präsentiert, die zeigt, dass der
Einsatz reflektiver Netze die Schweinswal-Beifänge
senken würde. Diese Netze können von den Walen besser
geortet werden.

© WWF Phillip Costa
Grauwal (Eschrichtius robustus)
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Schutz der Westpazifischen Grauwale
Sehr erfreut zeigte sich die Naturschutzorganisation über
die Resolution zum Schutz des am stärksten bedrohten Großwalbestandes
- der letzten 100 Westpazifischen Grauwale vor der Küste
Rußlands. Schließlich stoppte die IWC auch den Versuch
Japans, das 1994 eingerichtete Walschutzgebiet im Südpolarmeer
zu kippen. Japan wollte hier künftig 3.000 Minkwale jagen.
Neue Schutzzonen verhindert
Hingegen sei es den Walfangnationen um Japan, Norwegen und Island
gelungen, die Einrichtung neuer Schutzzonen im Südwestpazifik
und im Südatlantik zu verhindern. Eine Tragödie
für den Walschutz, so Homes. Nur die Einrichtung
weiterer Schutzgebiete ermöglicht es den Staaten, die Gefährdung
bedrohter Walarten durch Beifang, Lärm, Meeresverschmutzung,
Jagd und Schiffskollisionen wirksam zu bekämpfen.
Fällt das Moratorium für den kommerziellen
Walfang?
Heftige Kritik übte der WWF auch an dem vom IWC-Vorsitzenden
Henrik Fischer vorgelegten Plan, das seit 1986 geltende Walfangverbot
durch einen Bewirtschaftungsplan mit wenigen Auflagen zu ersetzen.
Damit würde der kommerzielle Walfang automatisch wieder zugelassen.
Der Vorschlag ist völlig unakzeptabel. Fischer vernachlässigt
den Walschutz, so Homes. Über den Vorstoß wird
die IWC frühestens im nächsten Jahr abstimmen.
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