Walstrandungen durch kalte Strömungen?
Die Verlagerung von Meeresströmungen könnte
ein wichtiger Faktor für Walstrandungen sein, haben australische
Zoologen ermittelt.
(jkm) - An der Küste Tasmaniens stranden demnach umso mehr
Pottwale, Gemeine Delfine und andere Wale, je stärker die
Insel von kalten Meeresströmungen umspült wird. Das
berichtet das Magazin "New Scientist" in seiner neuen
Ausgabe.
Mark Hindell von der University of Tasmania, Hobart, und seine
Kollegen analysierten Daten über Walstrandungen in den Jahren
1920 bis 2002. Es zeigte sich, dass die Zahl der Strandungen in
einem zehn- bis zwölfjährigen Rhythmus um das Zehnfache
variiert. Die Zahl steigt immer dann, wenn Wassertemperatur und
Luftdruck an der Meeresoberfläche vor Tasmanien eine Veränderung
der Zirkulation signalisieren.
In solchen Jahren verursachen besonders starke Westwinde über
Australien schwere Stürme. Gleichzeitig wird mehr kaltes
Wasser aus dem Südpolarmeer nordwärts gen Tasmanien
gelenkt. Wale folgten häufig solchen kalten und besonders
nahrungsreichen Strömungen, erläutert Hindell. Auf diese
Weise könnten sie alle zehn bis zwölf Jahre sehr nah
an die australischen Küsten herankommen. Tatsächlich
variiert die Zahl der Strandungen vor dem südostaustralischen
Bundesstaat Victoria ebenfalls im Takt der Westwinde, fanden der
Forscher und sein Team.
"Strandungen wurden als rein zufällige Ereignisse angesehen
oder mit Klimaphänomenen wie El Niño in Zusammenhang
gebracht, bislang gab es jedoch keine entsprechenden Belege",
so Hindell gegenüber dem Magazin. Zwar sagten die neuen Resultate
wenig über die eigentliche Ursache der Strandungen aus. Immerhin
könnten sie aber helfen, Behörden und freiwillige Helfer
auf besonders strandungsträchtige Jahre vorzubereiten und
so hoffentlich die Zahl der geretteten Tiere erhöhen.
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