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- 16.07.2004 -

 

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Fische ziehen verräterische Wirbelspur

Fische hinterlassen eine feuchte Spur, die teilweise noch nach Minuten aufgespürt werden kann - beispielsweise von hungrigen Räubern.

(jkm) - Fische hinterlassen einen feuchten Fingerabdruck, haben zwei Bonner Forscher entdeckt. Verschiedene Fischarten erzeugen beim Schwimmen charakteristische Verwirbelungen im Wasser, die teilweise noch nach Minuten aufgespürt werden können - beispielsweise von hungrigen Räubern.

Wolf Hanke und Horst Bleckmann von der Universität Bonn untersuchten die Schwimmspuren von Kugelfischen, Sonnenbarschen und Buntbarschen, drei Arten mit deutlich unterschiedlichen Schwimmstilen. "Der Buntbarsch schwimmt undulierend, also mit schlängelnden Bewegungen, und setzt häufig zusätzlich die Brustflossen ein, während Kugelfische vor allem ihre Rücken- und Afterflossen für den Vortrieb nutzen", erläutert Bleckmann. "Charakteristisch für den Sonnenbarsch ist dagegen die schnelle Beschleunigung mit der Schwanzflosse."

Diese Unterschiede lassen sich auch in den Verwirbelungen wiederfinden, berichteten der Physiker und der Zoologe kürzlich im "Journal of Experimental Biology". Um die Strömungen sichtbar zu machen, gaben sie synthetische Schwebstoffe in das Aquarienwasser, die im Licht eines Lasers aufleuchteten. Aufnahmen mit einer Hochgeschwindigkeitskamera zeigten, dass sich sowohl Größe und Struktur der Wirbel als auch die Strömungsgeschwindigkeiten im Kielwasser der Fische deutlich unterscheiden. So war die Spur der Sonnenbarsche derart ausgeprägt, dass ein Raubfisch sie mit seinem Seitenlinienorgan auch fünf Minuten später noch hätte wahrnehmen können. Die Spuren von Buntbarschen und Kugelfischen hielten sich drei Minuten bzw. eine halbe Minute.

Ob Räuber diese Information nutzen, um sich an die Schwanzflossen ihrer Beute zu heften, wissen die Forscher noch nicht. Es spreche jedoch einiges dafür, so Hanke: "Ein Sonnenbarsch kann in einer Minute leicht 25 Meter zurücklegen. Zu hören ist er aus dieser Entfernung für einen typischen Raubfisch nicht mehr, dazu sind seine Schwimmgeräusche nach unseren Berechnungen um Größenordnungen zu leise. Die Strömungsspur ist nach einer Minute aber noch so kräftig, dass der Räuber sie mit seinem Seitenlinienorgan problemlos fühlen kann."

 

 Mehr Informationen:

Universität Bonn:
AG Bleckmann

Seitenlinienorgan

Buntbarsch

Kugelfisch

Sonnenbarsch

 

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Fische: Energiesparend gegen den Strom

 

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