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- 14.07.2004 -

 

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Kontrastmittel könnte Wale retten

Fischernetze mit einem eingearbeitetem Kontrastmittel können den Beifang an Kleinwalen verringern, zeigt eine Studie des WWF.

(jkm) - Ärzte nutzen Bariumsulfat, um den Kontrast von Röntgenaufnahmen zu erhöhen. Zukünftig könnte die Substanz auch Schweinswale retten, zeigt eine neue Studie. Mit Bariumsulfat "imprägnierte" Netze können von den Meeressäugern besser geortet werden als konventionelle Netze. Die Tiere können daher frühzeitig abdrehen und so dem drohenden Erstickungstod entgehen.

Laut Schätzung der Internationalen Walfangkommission verenden jährlich etwa 300.000 Meeressäuger, vor allem Kleinwale, in Fischereinetzen. Zur Reduktion dieses Beifangs sind in Nord- und Ostsee ab 2005 akustische Vergrämer vorgeschrieben. Diese "Pinger" sind allerdings teuer und anfällig für Störungen sind und erhöhen zudem den allgemeinen Lärmpegel unter Wasser. Eine robuste Alternative stellen Bariumsulfatnetze dar, fanden Boris Culik und Sven Koschinski vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften.

Für ihre Studie im Auftrag der Naturschutzorganisation WWF führten die beiden Meeresbiologen in Kanada Versuche mit frei lebenden Schweinswalen durch. Dabei verglichen sie das Verhalten der Tiere vor herkömmlichen Nylonnetzen und vor Netzen, in deren Material Bariumsulfat eingearbeitet war. Letztere reflektieren die Klicklaute, mit denen sich Schweinswale im trüben Flachwasser orientieren, deutlich besser und verschaffen den Tieren dadurch bis zu vier Sekunden mehr Reaktionszeit - entsprechend einigen Metern zusätzlichen "Bremswegs".

"Diese wenigen Sekunden können bei Tausenden von Schweinswalen eventuell zwischen Leben und Tod entscheiden", kommentiert Dirk Riebensahm, Fischereireferent des WWF. Die Anschaffungskosten für Bariumsulfatnetze dürften bei Massenproduktion kaum zehn Prozent über denen für herkömmliche Netze liegen. Daher seien sie nicht nur umweltschonend, sondern im laufenden Gebrauch praktisch kostenneutral. Bis die reflektiven Netze flächendeckend eingesetzt werden könnten, müssten jedoch noch weitere Studien durchgeführt werden. Beispielsweise gelte es zu klären, ob die Aufmerksamkeit der Schweinswale zusätzlich geweckt werden müsse.

 


© WWF

Schweinswal: Bis zu vier Sekunden mehr Reaktionszeit durch Kontrastmittel.

 

 Mehr Informationen:

WWF: Schweinswal - Die Studie (pdf)

Kontrastmittel

vista verde: Meeressäuger

 

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