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- 14.07.2004 -

 

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Greenpeace: Kampagne zum Schutz von Nord- und Ostsee

Mit einer europaweiten Kampagne will die Umweltschutzorganisation Greenpeace großflächige Schutzgebiete in Nord- und Ostsee durchsetzen.

Hamburg (vv) - Die Umweltorganisation Greenpeace hat am Mittwoch eine europaweite Kampagne zum Schutz von Nord- und Ostsee gestartet. Greenpeace-Aktivisten aus Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden sowie den skandinavischen Ländern fordern gemeinsam, mindestens 40 Prozent von Nord- und Ostsee als Schutzgebiete auszuweisen. Der Grund: Viele Fischbestände seien stark überfischt und daher akut bedroht. Jahr für Jahr fließen nach Angaben von Greenpeace mindestens 30.000 Tonnen Öl aus Schiffen und Bohrinseln in die Nordsee, die Ostsee müsse mindestens 15.000 Tonnen Öl verkraften. In den von Greenpeace vorgeschlagenen Schutzgebieten sollen alle zerstörerischen Aktivitäten, wie Grundschleppnetzfischerei oder Ölförderung verboten sein.

Kabeljaubestände um 90 Prozent gesunken

Besonders dramatisch sehen die Umweltschützer die Situation beim Kabeljau. Die Masse an fortpflanzungsfähigem Kabeljau sei in den vergangenen 30 Jahren um rund 90 Prozent zurück gegangen. Es sei fraglich, ob sich der Bestand jemals wieder erholen werde. Auch Seezunge, Wittling und Scholle seiem so stark befischt worden, dass die Bestände vor dem Zusammenbruch stünden. Schuld daran sei eine technisch hochgerüstete Industriefangflotte. Greenpeace kritisiert vor allem deren Fangmethoden: Allein in der Nordsee landeten pro Jahr 700.000 Tonnen Meerestiere als Beifang in den Netzen und werde anschließend tot oder verletzt über Bord geworfen.

Schutzgebiete nützen der Fischerei

"Einst gab es riesige Schwärme von Kabeljau und Dorsch in Nord- und Ostsee, und das soll auch in Zukunft wieder so sein", sagt Iris Menn, Meeresexpertin bei Greenpeace. "Die Greenpeace-Schutzgebiete werden die Fischerei langfristig nicht einschränken - im Gegenteil: Die Schutzgebiete sollen es Kabeljau und Co. ermöglichen sich hoffentlich wieder zu erholen. Nur so können auch künftige Generationen von Fischern an Nord- und Ostseeküste mit stabilen Fischbeständen rechnen."

Nordsee - ein Industriegebiet

Doch nicht nur die Überfischung setzte den Meeren vor der deutschen Küste zu. Die Nordsee sei ein regelrechtes Industriegebiet: Es gebe rund 500 Öl- und Gasplattformen, tausende Kilometer Pipelines seien verlegt. Hinzu komme ein enormer Schiffsverkehr. Rund 160.000 Schiffe durchqueren laut Greenpeace die Deutsche Bucht pro Jahr. Durch die Ostsee führen jährlich rund 90.000 Schiffe. Die Folge seien Ölverschmutzung, Müll- und Schadstoffeinträge. "Nord- und Ostsee sind Beispiele dafür, wie schlecht es weltweit um die Meere bestellt ist," sagt Menn. "Nur mit Hilfe von großflächigen Schutzgebieten ist die Arten- und Lebensraumvielfalt in den Meeren noch zu retten."

 


© ArtToday


 Mehr Informationen:

Greenpeace

 

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