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- 13.07.2004 -

 

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WWF: Öl-Bohrinsel gefährdet Grauwale

Der Bau einer weiteren Öl-Bohrinsel und einer Pipeline im Ochotskischen Meer vor der russischen Insel Sachalin könnte die letzten hundert Westpazifischen Grauwale gefährden.

(vv) - Das unter Federführung der niederländischen Shell AG angelaufene Zwölf-Milliarden-Dollar-Projekt berührt nach Angaben der Umweltstiftung WWF unmittelbar die Nahrungsgründe der Westpazifischen Grauwale, einer vom Aussterben bedrohten Grauwal-Unterart. "Lärm und Ölverschmutzung gefährden die grauen Riesen. Wir fordern Shell auf, die Bauvorhaben vorerst zu stoppen und nach einer Lösung zu suchen, die jegliche Gefahr für die Grauwale ausschließt", erklärte Volker Homes, Wal-Experte des WWF am Montag. Die Naturschutzorganisation appellierte an die ab dem 19. Juli in italienischen Sorrento tagende Internationale Walfang Kommission (IWC), sich für den Schutz der Grauwale einzusetzen.

Seit 1998 würden die reichhaltigen Öl- und Gasvorkommen vor Sachalin ausgebeutet. Vor allem die Lärmbelastung durch Ölbohrungen und Sprengungen für den Bau neuer Anlagen macht laut WWF den Grauwalen zu schaffen. Die Tiere, die sich per Schallwellen orientieren und kommunizieren, reagierten sensibel auf Lärm. Forscherteams registrierten seit 1999 vermehrt abgemagerte Tiere, und auch ihre Fortpflanzung leide unter den Störungen.

Unter den schätzungsweise hundert Westpazifischen Grauwalen lebten nur noch etwa zwanzig fortpflanzungsfähige Weibchen. "Der Westpazfische Grauwal ist der am stärksten bedrohte Bestand einer Großwalart", so Homes. Der WWF fordert deshalb die Einrichtung eines Schutzgebietes rund um die Piltun Bucht im Norden der Insel Sachalin. Hier halten sich die bis zu 35 Tonnen schweren und 14 Meter langen Grauwale in den Sommermonaten auf. In der Bucht leben auch Schweinswale, Nördliche Minkwale, große Ringelrobben, Largha-Seehunde und Bartrobben.

Eindringlich warnte der WWF auch vor einer Ölkatastrophe, da die Region stark erdbebengefährdet sei. Die bestehenden und geplanten Bohrinseln und Pipelines sind nach Meinung des WWF nicht hinreichend auf ihre Erdbebensicherheit getestet. "Hier ticken tödliche Zeitbomben. Mit dieser Fahrlässigkeit wird eine mögliche Katastrophe für Mensch und Natur billigend in Kauf genommen", so Homes.

 


© WWF Phillip Costa

Es leben noch schätzungsweise hundert Westpazifische Grauwale.

 

 Mehr Informationen:

Umweltstiftung WWF

Grauwal (Eschrichtius robustus)

vista verde: Meeressäuger

 

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