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- 07.07.2004 -

 

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Die Axt im Gorilla-Wald

Illegale Arbeiter zerstören eins der letzten Rückzugsgebiete der vom Aussterben bedrohten Berggorillas in Ostafrika.

(vv) - Illegale Arbeiter rodeten in den vergangenen Monaten einen Teil des Regenwalds im Virunga Nationalpark im Osten der Demokratischen Republik Kongo, teilte die Umweltstiftung WWF in Frankfurt mit. Der Virunga Nationalpark ist Teil des UNESCO-Weltnaturerbes und Heimat eines der am stärksten bedrohten Tiere: des Berggorillas. Noch im April hatte der WWF bestätigt, dass der Wald weitgehend intakt ist. Wie der WWF nun vom kongolesischen Institut für Naturschutz erfuhr, waren seither mehrere tausend Menschen aus Ruanda und Kongo mit Unterstützung örtlicher Machthaber in das Schutzgebiet eingedrungen. Sie hätten mit Axt und Säge wertvollen Lebensraum der Gorillas zerstört und in landwirtschaftliche Flächen umgewandelt. Insgesamt seien ihnen 1.500 Hektar Wald zum Opfer gefallen. Der WWF forderte die kongolesischen und ruandischen Behörden dazu auf, die illegalen Machenschaften zu bekämpfen, um den Schutz der Berggorillas nicht weiter zu gefährden. Nach ersten Verhandlungen zwischen Behörden und Militärs wurden die Rodungen mittlerweile eingestellt. Doch der WWF befürchtet, dass die Gefahr noch nicht gebannt ist. "Was in Virunga passiert, ist ein Desaster", sagt Stefan Ziegler, Artenschutzexperte des WWF.

 


© WWF-Canon Martin Harvey

Berggorillas (Gorilla beringei beringei) im Virunga Nationalpark im Osten der Demokratischen Republik Kongo.

 

Die Berggorillas wurden durch den Verlust ihres Lebensraums und durch Wilderei innerhalb des letzten Jahrhunderts an den Rand des Aussterbens gebracht. Dem jahrzehntelangen Engagement von Umweltschützern ist es zu verdanken, dass im Virunga Nationalpark noch etwa die Hälfte der letzten Berggorillas leben. Trotz des langwierigen Bürgerkriegs in der Region hat sich der Bestand der bereits verloren geglaubten Menschenaffen auf rund 700 Tiere erhöht. "Die bisherigen Erfolge für die Berggorillas sind groß, aber die positiven Entwicklungen der letzten Jahre könnten innerhalb kürzester Zeit zunichte gemacht werden", befürchtet Stefan Ziegler. Berggorillas sind wie alle Menschenaffen besonders stark von Wilderei und der Abholzung ihres Lebensraums bedroht, da sie den Verlusten einzelner Tiere nur wenig entgegenzusetzen haben: Sie pflanzen sich nur sehr langsam fort. Ein Weibchen bekommt im Durchschnitt nur alle vier Jahre ein Baby.

Der WWF setzt sich seit mehreren Jahrzehnten für die Berggorillas ein: Ziel ist es, den Lebensraum der Tiere zu bewahren und sie vor den Gewehren und Fallen von Wilderern zu schützen. Zwar ist die Jagd auf die Gorillas seit mehr als zwanzig Jahren verboten, doch noch immer verkaufen Wilderer das "Buschfleisch" auf den Märkten oder direkt an Arbeiter und Siedler. Mit Hilfe des WWF werden Wildhüter ausgebildet, die die Tiere vor Übergriffen schützen. Außerdem werden Maßnahmen entwickelt, damit die Bevölkerung vom Schutz der Tiere und des Nationalparks finanziell profitiert: So trägt zum Beispiel naturverträglicher Tourismus dazu bei, dass die Menschen ihre tierischen Mitbewohner wertschätzen. Der Öko-Tourismus mit den Gorillas bringt der Region jedes Jahr Einnahmen von schätzungsweise zwei Millionen US-Dollar.

 


© WWF-Canon
Martin Harvey

 

 

 Mehr Informationen:

Umweltstiftung WFF

The Dian Fossey Gorilla Fund

Berggorilla & Regenwald Direkthilfe

Über Gorillas

vista verde: Artenschutz

 

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