Großes Barriere Riff wird umfassend geschützt
Das größte Korallenriff der Erde, das australische Great Barrier Riff, wird umfassender geschützt.
(vv) - Das Weltnaturerbe wurde jetzt zum weltgrößten Netzwerk mariner Schutzzonen und damit für die Fischerei auf rund einem Drittel der Fläche zur Tabuzone, damit der Aufzuchtsraum der Fische und damit ihr Bestand erhalten bleibt. Dies teilte die Umweltschutzorganisation WWF am Donnerstag mit. Vom konsequenten Schutz des über 2.000 km langen Meeresnationalparks entlang der Nordostküste Australiens profitieren auch seltene Schildkröten und Dugongs.
Der künftig streng geschützte Anteil des Riffsystems innerhalb des existierenden Great Barrier Marine Park wächst damit von 4.6 Prozent auf 33 Prozent. Das bedeutet, dass in diesen, nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten gemeinsam mit den Nutzern ausgewählten Zonen, keinerlei Fischereiaktivitäten mehr stattfinden dürfen, während etwa der Tauchtourismus auch zukünftig erlaubt sein wird.
2,7 Milliarden Euro Umsatz mit Tauchtouristen
"Wer einmal an einem Korallenriff wie dem Great Barrier geschnorchelt oder getaucht ist, wird dieses faszinierende Erlebnis nicht mehr vergessen. Australien zeigt mit den Schutzmaßnahmen zugleich Verantwortungsbewusstsein für ein hochsensibles und wertvolles Ökosystem und ein gesundes Eigeninteresse an nachhaltiger Fischerei und Tourismus. Denn nur wenn die Korallen überleben, hat sowohl das umgebende Meer mit seinem Artenreichtum als auch die australische Tauchtourismus-Branche mit ihrem Jahresumsatz von über 2,7 Milliarden Euro eine Zukunft. Das Great Barrier Riff ist also ein Paradebeispiel dafür, dass aktiver Umweltschutz ein guter Freund der Ökonomie ist", sagt Christian Neumann, WWF-Referent für internationale Meeresschutzgebiete.
60 Prozent der Korallenriffe weltweit droht das Ende
Der WWF hofft, dass die neuen Schutzmaßnahmen des Great Barrier Riffs andere Staaten inspirieren, sich der Vorreiterrolle Australiens anzuschließen und ähnliche Maßnahmen in Schlüsselregionen wie der Sulu-Sulawesi-See in Südostasien oder dem Meso-Amerikanischen Riff in Zentralamerika zu ergreifen. Weiter betont die Umweltstiftung WWF, dass Überfischung und schwere Bodenschleppnetze, die tiefe Krater in den Meeresboden reißen und die Riffe platt walzen, nach Schätzungen von Wissenschaftlern bis zum Jahr 2030 mindestens 60 Prozent der Korallenriffe weltweit zerstört haben werden, wenn der Trend unvermindert anhält.
Neben der Fischerei bedrohen Klimaerwärmung sowie die Meeresverschmutzung durch Industrieabwässer und andere Schadstoffe die Korallenriffe. Wird die Fischerei in den Schutzgebieten großflächig eingestellt, erholt sich das Ökosystems Riff und wird widerstandsfähiger. Gleichwohl müssten nach Ansicht des WWF alle Stressfaktoren deutlich reduziert werden, um zu verhindern, dass die Korallen zuerst ausbleichen und dann absterben.
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