Kein Monster: Chilenischer Klumpen enträtselt
Rätsel gelöst: Keine unbekannte Tiefseekreatur,
sondern die Überreste eines Pottwals sind im letzten Jahr
an der chilenischen Küste angespült worden.
(jkm) - Eine internationale Biologengruppe hat das Rätsel
um eine große, glibberige Masse gelöst, die im letzten
Jahr an der chilenischen Küste angespült worden war.
Bei dem "Chilean Blob" handelt es sich demnach nicht
um die Überreste einer unbekannten Tiefseekreatur, sondern
um den Speckmantel eines Pottwals.
Dass das Meer immer noch voller Geheimnisse steckt, ist unter
Biologen unumstritten. Umso größer war die Aufregung,
als man im Juli 2003 eine 12 mal 6 Meter große und gut 13
Tonnen schwere organische Masse an der Südküste Chiles
fand. Einige Forscher spekulierten, es könne sich um die
Überreste eines riesigen Kopffüßers handeln. Im
Fachblatt "Biological Bulletin" liefern Sidney Pierce
von der University of South Florida, Tampa, und seine Kollegen
nun eine sehr viel nüchternere Erklärung.
Mit dem Elektronenmikroskop betrachtet, zeigt sich der "Blob"
demnach als praktisch zellfreies und von Fasern durchzogenes Material,
das große Ähnlichkeit mit der Speckschicht von Walen
aufweist, dem Blubber. Die biochemische Analyse bestätigte,
dass die vermutlichen Bindegewebsstränge aus Kollagen bestehen.
Zu guter Letzt konnten die Forscher Erbgutfragmente nachweisen,
die identisch mit mitochondrialer DNA von Pottwalen (Physeter
catadon) sind.
"Diese Resultate zeigen eindeutig, dass es sich bei dem
chilenischen Klumpen um die Überreste der fast vollständig
zersetzten Blubber-Schicht eines Pottwals handelt", schließen
Pierce und seine Kollegen. Ähnliche Resultate hatte die Untersuchung
ähnlicher Klumpen ergeben, die in den letzten hundert Jahren
in den verschiedensten Teilen der Welt angespült worden waren.
"Wieder einmal - und zu unserem größten Bedauern
- haben wir keinerlei Belege dafür gefunden, dass diese Klumpen
Überreste unbekannter Seemonster sind", so Pierce.
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