Tirol: Experten entdecken neue Schmetterlingsart
Beim Geo-Tag der Artenvielfalt in Tirol konnten
dort 1700 Arten erfasst werden, darunter auch eine neue Schmetterlingsart.
(vv) - Am Samstag fand zum sechsten Mal der GEO-Tag der Artenvielfalt
statt. Das Hauptthema der nach Angaben des Hamburger Magazins
mittlerweile größten Feldforschungsaktion in Mitteleuropa
war in diesem Jahr "Die Ausbreitung von Flora und Fauna im
Transitraum Tirol". Rund 300 Biologen, interessierte Laien
und Schüler waren laut GEO allein in den fünf Untersuchungsgebieten
zwischen Innsbruck und dem Brenner in Tirol unterwegs. 1700 Arten
wurden im Rahmen der Kooperation mit der Landesregierung Tirol
erfasst.
"Der GEO-Tag der Artenvielfalt zeigt, dass es sich lohnt,
genau hin zu sehen, um die Natur besser begreifen zu können.
Die große Beteiligung - auch in Deutschland mit über
200 Projekten - hebt hervor, dass diese Bestandsaufnahme vom Zustand
der Natur eine feste Institution geworden ist", so GEO-Chefredakteur
Peter-Matthias Gaede.
Funde bestätigen Klimaerwärmung
Die Erwartungen der Experten im Vorfeld wurden vielfach übertroffen:
So konnten für diese Region neue Tier- und Pflanzenarten
festgestellt werden. Ein besonderer Fund ist die Schmetterlingsart
"Mann's Grünwidderchen", von der die Fachleute
ein Paar entdeckt haben. Diese Art kommt sonst nur am Gardasee,
am Alpensüdrand und im südlichen Italien vor. Der Fund
wärmeliebender Arten - seien es Vögel, Schmetterlinge
oder Pflanzen - bestätigt, dass in den letzten Jahren eine
deutliche Klimaerwärmung stattgefunden hat und sich Arten
aus dem mediterranen Raum in Tirol ansiedeln können.
Am Samstag zogen die Fachleute in Innsbruck eine erste Bilanz
der 24-stündigen Expedition: Im Bereich um Zirl zum Beispiel
fanden die Experten erstmals das "Breitblättrige Waldvögelein",
eine besonders große Orchidee. Sogar Tiere, die seit mehr
als 100 Jahren verschollen waren, darunter die Krabbenspinne "Tmarus
piger", wurden beim GEO-Tag der Artenvielfalt entdeckt.
Aktionsraum Südtirol
Auch in den zwei Untersuchungsgebieten in Südtirol sind
die 60 Teilnehmer des GEO-Tags der Artenvielfalt auf über
1000 Arten gestoßen, darunter einige seltene Vorkommen.
Ein Sensationsfund ist der seltene Falter "Weißes Ordensband".
An der mit dem Naturkundemuseum Südtirol in Bozen durchgeführten
Aktion nahmen auch zahlreiche Schüler teil, die speziell
die Feuchtgebiete untersuchten.
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