Volkszählung im Bambuswald - Mehr Pandas als erwartet
Zwar gibt der WWF keine Entwarnung, dennoch:
Die Zahl der in China noch in freier Wildbahn lebenden Panda-Bären
ist deutlich höher als von den Experten erwartet.
(vv) - Nach Abschluss der bislang umfassendsten und genauesten
Zählung der letzten Großen Pandas in China wird ihr
Bestand auf insgesamt 1.600 Tiere in freier Wildbahn geschätzt,
gab die Umweltstiftung WWF am Donnerstag in Berlin bekannt. Die
Erhebung wurde in den vergangenen vier Jahren von der staatlichen
Forstbehörde Chinas in Zusammenarbeit mit dem WWF durchgeführt.
Der Große Panda steht seit vielen Jahren auf der Roten Liste
der vom Aussterben bedrohten Arten. Nach der letzten Zählung
in den 1980er Jahren ging man von nur etwas mehr als 1.000 Tieren
aus.
Auf den ersten Blick liefert die aktuelle Bestandserhebung ein
erfreuliches Ergebnis. Doch die Freude ist beim WWF verhalten:
Die Umweltschützer führen den augenscheinlichen Panda-Zuwachs
auf verbesserte Methoden bei der Zählung zurück. Während
bei früheren Zählungen nur Stichproben genommen worden
waren, hat dieses Mal ein großes Forscherteam von 172 Personen
auf rund 2,3 Millionen Hektar (das entspricht etwa der Fläche
Mecklenburg-Vorpommerns) per GPS- Technologie Hinweise auf jedes
einzelne Tier erfasst. Die Forscher wagten sich dabei auch in
unwegsames Gelände vor und entdeckten Pandaspuren auch in
Gebieten, in denen man die Tiere bislang überhaupt nicht
vermutete.

© ArtToday
Großer Panda: Bambus ist sein Hauptnahrungsmittel.
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Überleben in freier Wildbahn noch nicht
gesichert
"Wir freuen uns, dass es nicht weniger Pandas geworden sind.
Aber ihr Überleben in freier Wildbahn ist leider noch lange
nicht gesichert. Die neuen Zahlen sind nicht mehr als ein Hoffnungs-
schimmer", fasst Susanne Honnef, Artenschutzexpertin des
WWF, die Lage der bedrohten Bären zusammen. Der Große
Panda ist zwar seit 1939 in ganz China gesetzlich geschützt,
aber immer noch verenden laut WWF einzelne Exemplare in Fallen,
die eigentlich für andere Tiere aufgestellt wurden.
Einst bewohnten Pandas fast die Wälder in ganz China sowie
im Norden Burmas und Vietnams. Durch großflächige Rodungen
verloren die "Bambusbären" nicht nur ihre Hauptnahrungsquelle,
sondern auch einen Großteil ihrer natürlichen Rückzugsgebiete.
Heute leben die letzten Panda-Bären nur noch in einigen wenigen
voneinander durch Straßen und landwirtschaftliche Flächen
getrennten Bergwäldern im Südwesten Chinas.
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