Partnerwechsel unter Korallen
Die Beziehung der Korallen zu den Algen in ihren
Zellen ist sehr viel dynamischer als bislang vermutet.
(jkm) - Korallen beherbergen in ihren Zellen Algen als Symbionten.
Diese innige Beziehung ist sehr viel dynamischer als bislang vermutet,
berichten australische Biologinnen im Magazin "Science".
Demnach lassen die Blumentiere im Laufe ihrer Entwicklung wechselnde
Algen-Partner zum Zuge kommen - offenbar, um optimalen Nutzen
aus ihnen zu ziehen.
Möglicherweise nehmen noch algenfreie Korallenlarven wahllos
die unterschiedlichsten Symbionten auf und fördern später
das Wachstum jener Gäste, die ihren augenblicklichen Bedürfnissen
am ehesten entsprechen, spekulieren die Forscherinnen um Bette
Willis von der James Cook University in Townsville. Denkbar sei
aber auch, dass die Konkurrenz der Algen untereinander vom Zustand
ihres Wirtes und der Umwelt beeinflusst werde.

© M. van Oppen
Steinkorallen beherbergen in ihren Zellen
Algen als Symbionten.
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Schnelleres Wachstum
Willis und ihr Team studierten Steinkorallen der Art Acropora
tenuis und ihre symbiontischen Dinoflagellaten der Gattung Symbiodinium.
Bei früheren Untersuchungen im Great Barrier Reef hatten
die Forscherinnen in ausgewachsenen Kolonien lediglich den Symbiodinium-Stamm
C1 entdeckt. Nun fanden sie, dass vier Wochen alte Kolonien in
etwa der Hälfte der Fälle den Stamm D und in fast einem
Fünftel der Fälle beide Stämme enthielten. Mit
der Zeit verschoben sich die Verhältnisse zugunsten des D-Stamms:
In 90 Prozent der neun Monate alten Kolonien dominierte dieser
Stamm.
Welcher Symbionten-Stamm vorherrscht, ist für die Wirte
alles andere als belanglos, zeigten weitere Experimente. Am gleichen
Ort im Riff wuchsen junge Kolonien von Acropora tenuis und Acropora
millepora deutlich schneller, wenn sie den Stamm C1 trugen.
Wachstumsgeschwindigkeit ist jedoch nicht der alleinige Faktor
bei der Partnerwahl, sind Willis und ihre Kolleginnen überzeugt.
Eine höhere Temperaturtoleranz der unterschiedlichen Symbiodinium-Stämme
oder wechselnde Nahrungsansprüche der Korallen zur Fortpflanzungszeit
spielten vermutlich ebenfalls eine Rolle.
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