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- 04.06.2004 -

 

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Partnerwechsel unter Korallen

Die Beziehung der Korallen zu den Algen in ihren Zellen ist sehr viel dynamischer als bislang vermutet.

(jkm) - Korallen beherbergen in ihren Zellen Algen als Symbionten. Diese innige Beziehung ist sehr viel dynamischer als bislang vermutet, berichten australische Biologinnen im Magazin "Science". Demnach lassen die Blumentiere im Laufe ihrer Entwicklung wechselnde Algen-Partner zum Zuge kommen - offenbar, um optimalen Nutzen aus ihnen zu ziehen.

Möglicherweise nehmen noch algenfreie Korallenlarven wahllos die unterschiedlichsten Symbionten auf und fördern später das Wachstum jener Gäste, die ihren augenblicklichen Bedürfnissen am ehesten entsprechen, spekulieren die Forscherinnen um Bette Willis von der James Cook University in Townsville. Denkbar sei aber auch, dass die Konkurrenz der Algen untereinander vom Zustand ihres Wirtes und der Umwelt beeinflusst werde.

 


© M. van Oppen

Steinkorallen beherbergen in ihren Zellen Algen als Symbionten.

 

Schnelleres Wachstum

Willis und ihr Team studierten Steinkorallen der Art Acropora tenuis und ihre symbiontischen Dinoflagellaten der Gattung Symbiodinium. Bei früheren Untersuchungen im Great Barrier Reef hatten die Forscherinnen in ausgewachsenen Kolonien lediglich den Symbiodinium-Stamm C1 entdeckt. Nun fanden sie, dass vier Wochen alte Kolonien in etwa der Hälfte der Fälle den Stamm D und in fast einem Fünftel der Fälle beide Stämme enthielten. Mit der Zeit verschoben sich die Verhältnisse zugunsten des D-Stamms: In 90 Prozent der neun Monate alten Kolonien dominierte dieser Stamm.

Welcher Symbionten-Stamm vorherrscht, ist für die Wirte alles andere als belanglos, zeigten weitere Experimente. Am gleichen Ort im Riff wuchsen junge Kolonien von Acropora tenuis und Acropora millepora deutlich schneller, wenn sie den Stamm C1 trugen.

Wachstumsgeschwindigkeit ist jedoch nicht der alleinige Faktor bei der Partnerwahl, sind Willis und ihre Kolleginnen überzeugt. Eine höhere Temperaturtoleranz der unterschiedlichen Symbiodinium-Stämme oder wechselnde Nahrungsansprüche der Korallen zur Fortpflanzungszeit spielten vermutlich ebenfalls eine Rolle.

 

 Mehr Informationen:

Australian Institute of Marine Science

Steinkoralle Acropora tenuis

Das Korallenriff

International Coral Reef Information Network

 

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