Tiefwasserkorallen weit verbreitet
Tief- oder Kaltwasserkorallen kommen nach einer
neuen UN-Studie in praktisch allen Meeren vor - und sind dennoch
durch menschliche Aktivität bedroht.
(jkm/vv) - Korallen wähnt man in warmen, lichtdurchfluteten
Meeren der Tropen. Doch auch in kalten und dunklen Gefilden sind
die Blumentiere weit verbreitet, zeigt eine neue Studie. Tiefwasserkorallen
kommen demnach in praktisch allen Meeren vor - und sind dennoch
durch menschliche Aktivität bedroht.
Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und die Naturschutzorganisation
WWF stellen die Studie anlässlich des morgigen Weltumwelttages
vor. Durchgeführt wurde die Untersuchung von André
Freiwald von der Universität Erlangen-Nürnberg und seinen
Kollegen. "Wir finden nicht nur neue Korallenarten und Kaltwasserkorallen
an neuen Orten, sondern auch mit ihnen vergesellschaftete Organismen
wie Schnecken und Muscheln, die Paläontologen für seit
zwei Millionen Jahren ausgestorben hielten", so der Forscher.

© JAGO Team, Seewiesen
Tiefwasserkorallen (hier: Anthothela grandiflora)
kommen nach einer neuen UN-Studie in praktisch allen Meeren
vor.
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Von Angola bis Skandinavien verbreitet
Bislang hielt man Tief- oder Kaltwasserkorallen für Exoten,
die auf skandinavische Fjorde und andere Küstengebiete der
nördlichen Hemisphäre beschränkt sind. Freiwald
und seine Kollegen fanden die Tiefseebewohner jedoch auch vor
den Galapagos-Inseln, Indonesien, Angola, im Mittelmeer und an
zahlreichen weiteren Orten. Die vollständigen Resultate ihrer
Studie präsentieren sie Ende Juni auf einer Fachtagung im
japanischen Okinawa.

© JAGO Team, Seewiesen
Ein verärgerter Seeteufel (Lophius)
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Besserer Schutz notwendig
"Wir verstehen erst allmählich, wo diese Lebensformen
vorkommen und welche Rolle sie beispielsweise für die Bestände
von Tiefseefischen und die Nachkommenschaft anderer Meeresorganismen
spielen", so UNEP-Direktor Klaus Töpfer. Die Tiefwasserkorallen
könnten zudem eine Quelle für neue pharmazeutischer
Wirkstoffe und Industrieprodukte sein. "Ein falsches Management
der neuen Ressource könnte all diese Vorzüge zunichte
machen."
Einige Länder haben Teile ihrer Tiefwasserriffe bereits
unter Schutz gestellt. UNEP und WWF hoffen nun, dass weitere Staaten
diesem Beispiel folgen und die fragilen Lebensgemeinschaften vor
Bedrohungen wie der Tiefseefischerei, Öl- und Gasbohrungen
sowie der Meeresverschmutzung schützen.

© JAGO Team, Seewiesen
Kammmuschel (Chlamys) und Anemone (Protanthea
simplex) im Hintergrund
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Spektakuläre Greenpeace-Aktion auf der
Sagrada Familia
Mit einer spektakulären Kletteraktion auf den Türmen
der Sagrada-Familia-Kirche in Barcelona haben Mitglieder der Umweltorganisation
Greenpeace unterdessen für einen besseren Schutz der Weltmeere
demonstriert. Eine Gruppe von etwa 15 Aktivisten befestigte am
Donnerstag an den Türmen der Kirche bis zu 30 Meter lange
Plakate mit der Aufschrift: "SOS - Rettet unsere Meere!"
Mit der Aktion am Vortag des Weltumwelttages wollte Greenpeace
der Forderung nach einem weltweiten Verbot der Fischerei mit Schleppnetzen
Nachdruck verleihen.
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