Atlantische Lederschildkröten sind Freigeister
Pazifische und atlantische Lederschildkröten
weisen völlig unterschiedliche Reisegewohnheiten auf, haben
französische und britische Biologen entdeckt.
(jkm) - Während die Pazifikbewohner sich in engen "Korridoren"
bewegen, scheinen ihre Artgenossen im Atlantik draufloszuschwimmen,
bis sie auf ergiebige Nahrungsgründe stoßen.
Diese Wanderlust erschwere jedoch den Schutz der gefährdeten
Meeresschildkröten, schreiben die Forscher um Jean-Yves Georges
vom CNRS-Centre d'Ecologie et Physiologie Energétiques,
Strasbourg, im Magazin "Nature". "Die wenigen Brennpunkte,
an denen Schildkröten und Fischerei mit hoher Wahrscheinlichkeit
aufeinander treffen, sind sehr unterschiedlich und weit verstreut
über den gesamten Atlantischen Ozean."

© NOAA/Northeast
Distant Fishery Experiment
Eine Lederschildkröte wird für
die Wissenschaft gefangen.
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Lederschildkröten tauchen über 1.000
Meter tief
Georges und seine Kollegen statteten 32 Lederschildkröten
(Dermochelys coriacea), die die Küsten von Surinam und Französisch-Guayana
zur Paarung und Eiablage aufgesucht hatten, mit Satellitensendern
aus. In der Folge schlugen die Tiere erstaunlich unterschiedliche
Wanderrouten ein: Manche zog es in die Nähe der nordamerikanischen
Küste, einige nach Osten bis zu den Kapverden und wieder
andere geradewegs nach Norden. Dabei schienen sich die Tiere erst
dann um Strömungen zu kümmern, wenn diese reichlich
Beute versprachen.
Praktisch identische Resultate erhielten Graeme Hays und seine
Kollegen von der University of Wales in Swansea. Bei neun Lederschildkröten
konnten die Biologen auch die Tauchgänge verfolgen. Zwar
brachte es ein Tier auf eine erstaunliche Tauchtiefe von 1.230
Metern. Während 99 Prozent der Zeit beschränkten sich
die Schildkröten jedoch auf Tiefen von höchstens 250
Metern und blieben damit im Einflussbereich der Langleinenfischerei.
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