Großer Panda bald auf Zwangsdiät?
Mit dem Aussterben des Bambus verlieren die
Panda-Bären ihre Nahrungsgrundlage, warnt der WWF.
(vv) - Nach aktuellen Angaben des Umweltprogramms der Vereinten
Nationen UNEP sind weltweit die Hälfte aller 1.200 Bambusarten
vom Aussterben bedroht. Bambus ist das Hauptnahrungsmittel der
ebenfalls seltenen Großen Pandas, des Wappentiers der Umweltschutzorganisation
WWF. Pandas sind im Gegensatz zu den anderen Vertretern der Bärenfamilie
fast reine Vegetarier und ernähren sich hauptsächlich
von den nährstoffarmen Blättern und Stengeln des Bambus.
Um satt zu werden, ist ein ausgewachsener Panda auf eine Tagesration
von bis zu 35 Kilogramm Bambus angewiesen.
"Der Große Panda steht schon seit vielen Jahren auf
der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. Bald werden
die Pandas den Gürtel noch enger schnallen müssen",
befürchtet Susanne Honnef, Artenschützerin des WWF.
Einst bewohnten Pandabären den größten Teil Chinas
sowie den Norden Burmas und Vietnams. Doch großflächige
Rodungen der Bambuswälder raubten den Bären ihre Rückzugsgebiete
und Nahrungsquellen. Der WWF schätzt, dass heute nur noch
etwa 1.000 Große Pandas in einem halben Dutzend Bergwälder
im Südwesten Chinas leben.

© ArtToday
Großer Panda: Bambus ist sein Hauptnahrungsmittel.
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Geringe Fortpflanzungsrate
Da diese Wälder durch Straßen, Täler und Äcker
voneinander getrennt seien, würden die Tiere während
der nur wenige Tage dauernden Paarungszeit nur sehr schwer zueinander
finden. Da die Weibchen selbst unter optimalen Bedingungen nur
alle zwei bis drei Jahre ihren Nachwuchs zur Welt bringen, drohe
den Pandas durch den Verlust ihres Lebensraums und die damit verbundene
geringe Fortpflanzungsrate schon seit langem der Artentod, so
der WWF.
Durch Inzest und die Reduzierung des genetischen Pools erhöhe
sich außerdem die Anfälligkeit der Pandas für
bestimmte Krankheiten. Der Große Panda ist zwar seit 1939
in ganz China gesetzlich geschützt und darf nicht mehr gewildert
werden, doch auch heute noch verendeten einzelne Tiere immer wieder
in Fallen, die für andere Tiere aufgestellt wurden.
Mit Hilfe des WWF entstanden in China 34 Panda-Reservate, die
insgesamt 16.000 Quadratkilometer umfassen - eine Fläche
von der Größe Thüringens. Um das Überleben
der Pandas zu sichern, setzt sich der WWF nun für die Vernetzung
der bestehenden Schutzgebiete durch "grüne Korridore"
ein. Ein großer Erfolg im Kampf für die Pandas wurde
im April 2003 erzielt: Damals wies die chinesische Regierung fünf
neue Schutzgebiete für die Pandas im Qinling-Gebirge im Zentrum
des Landes aus. Dadurch stehen den Bambusbären jetzt auf
334.000 Hektar Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung.
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