Hälfte aller Bambusarten vom Aussterben bedroht
Wegen der anhaltenden Zerstörung der Urwälder
ist laut einer Uno-Studie die Hälfte aller Bambusarten weltweit
vom Aussterben bedroht.
(vv) - Schlechte Nachrichten für Pandas, Lemuren und Gorillas:
Nach einer am Dienstag veröffentlichten Untersuchung des
Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) sind die Hälfte
der weltweit 1.200 Bambusarten vom Aussterben bedroht. Dadurch
sind auch jene Tierarten gefährdet, die sich hauptsächlich
von Bambus ernähren oder ihn als Schutz benötigen. "Bambus
ist eine der ältesten und faszinierendsten Lebensformen auf
der Erde", sagte UNEP-Direktor Klaus Töpfer. Nicht nur
für den Erhalt der Artenvielfalt, auch für die Wirtschaft
sei die Pflanze wertvoll.
Bambus wächst nicht nur in den Wäldern Asiens, sondern
auch im Amazonasgebiet, in den Anden und in den Nebelwäldern
Afrikas. Das bekannteste Tier, das sich von Bambus ernährt,
ist sicherlich der Große Panda. Aber auch für den roten
Panda und den Schwarzbär im Himalaya zähle die Pflanze
zu den Hauptnahrungsmitteln. In Afrika ernährten sich Berggorillas
in manchen Jahreszeiten bis zu 90 Prozent von Bambus. Bongo-Antilopen
wären auf den Schutz der Bambusdickichte angewiesen. Auf
Madagaskar lebten vom Aussterben bedrohte Lemurenarten, die sich
praktisch ausschliesslich von Bambus ernährten. Auch die
seltenste Schildkrötenart der Welt, die Madagassische Schnabelbrustschildkröte,
sei eng mit der Pflanze verbunden.
Kleine Verbreitungsgebiete
Der Untersuchung zufolge sind 600 Bambusarten "gefährdet",
die nur auf Flächen von jeweils bis zu 20.000 Quadratkilometern
vorkommen. 250 Bambusarten blieben nur noch Flächen von jeweils
bis zu 2.000 Quadratkilometern, was der Größe von London
entspricht.
Das Verschwinden des Bambus betrifft nach Angaben der UNEP auch
die Wirtschaft. Der weltweite Handel mit Bambusprodukten wie Nahrungsmitteln,
Möbeln und Papier wird auf jährlich zwei Milliarden
Dollar (1,69 Milliarden Euro) geschätzt.
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