Meeresverschmutzung: Plastik in allen Größen
Im Meerwasser und im Sand der Strände finden
sich Massen winziger Kunststoffpartikel. Die Folgen für die
Umwelt sind ungewiss.
(jkm) - Tragetaschen, Flaschen und andere Plastikgegenstände
treiben in den Weltmeeren. Daneben hinterlässt die Zivilisation
auch deutlich subtilere Spuren, haben britische Forscher ermittelt.
Im freien Wasser und im Sediment finden sich demnach Massen winziger
Kunststoffpartikel. Die Folgen für die Umwelt sind ungewiss.
"Im Laufe der letzten 40 Jahre ist häufig über
größere Plastikmüll-Objekte in Habitaten von den
Polen bis zum Äquator berichtet worden", schreiben Richard
Thompson und seine Kollegen im Magazin "Science". Die
meisten Kunststoffsorten seien biologisch nicht abbaubar, würden
jedoch durch mechanische Kräfte allmählich zerkleinert.
Auch angeblich biologisch abbaubare Artikel und Reinigungsmittel
enthielten oft nicht abbaubare Plastikpartikel.

© Richard Charles Thompson
Plastikabfälle am Strand.
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Die Forscher untersuchten nun, wie häufig solche winzigen
Plastikreste im Meer sind. Dazu sammelten sie Sedimentproben von
britischen Stränden, aus Flussmündungen und vom Meeresgrund
und analysierten darin enthaltene Partikel geringer Dichte. Die
Infrarotspektroskopie zeigte, dass etwa ein Drittel der Partikel
aus synthetischen Polymeren wie Polyamid, Polyester oder Polymethacrylat
bestand. Thompson und seine Kollegen gehen davon aus, dass die
meist fadenförmigen, einige Hundertstel Millimeter feinen
Gebilde letztlich auf Kleidung, Verpackungen oder Seile zurückgehen.
Auch im offenen Wasser sind die Plastikpartikel zu finden, ergab
die Analyse von Planktonproben, wie sie seit den 60er-Jahren regelmäßig
in Nordsee und Nordatlantik genommen werden. Zudem ist die Häufigkeit
des "Plastikplanktons" in diesem Zeitraum parallel zur
Kunststoffproduktion gestiegen, fanden die Forscher. Ihren Experimenten
zufolge werden die winzigen Partikel leicht von Seepocken, Wattwürmern
und Flohkrebsen aufgenommen. Ob sie ähnliche Folgen haben
wie größere Plastikobjekte, denen regelmäßig
Fische, Meeressäuger, Vögel und Meeresschildkröten
zum Opfer fallen, sei noch völlig unklar.
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