Traditionelle Fischerei kann Korallen auslöschen
Nicht nur die kommerzielle Fischerei, auch bereits
das Angeln für den Eigenbedarf kann für Korallenriffe
verheerende Folgen haben.
(jkm) - Die kommerzielle Fischerei gilt als eine der größten
Bedrohungen für Korallenriffe. Doch auch Fischfang im wesentlich
kleineren Maßstab kann verheerende Folgen haben, berichten
britische Biologen im Fachblatt "Ecology Letters". Schon
das Angeln zur Deckung des Eigenbedarfs kann eine lawinenartige
Vermehrung Korallen fressender Seesterne auslösen.
Zwei Jahre lang studierten die Forscher um Nick Polunin von der
University of Newcastle Korallenriffe vor 13 Fiji-Inseln mit unterschiedlich
intensiver Subsistenzfischerei. Obwohl die Anwohner nur relativ
einfache Mittel wie Speere oder Angelruten einsetzten, hatten
sie doch merklichen Einfluss auf die Riffökologie.

© Richard Seaman
Ein Dornenkronen-Seestern beim Fressen von
Korallen.
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Korallenriffe in kurzer Zeit in Kalkwüsten
verwandelt
Insbesondere wiesen die am stärksten befischten Riffe gut
60 Prozent weniger Raubfische wie Lipp- und Drückerfische
auf, fanden die Forscher. Und indem die Zahl seiner Fressfeinde
sank, stieg die Populationsdichte des Dornenkronen-Seesterns (Acanthaster
planci) - im Extremfall von einigen wenigen auf Hunderttausende
Individuen pro Quadratkilometer. Die Art ist berüchtigt dafür,
dass sie mitunter in Massen auftreten und Korallenriffe binnen
kurzer Zeit in Kalkwüsten verwandeln kann.
Auch in diesem Fall wurde der Seestern seinem schlechten Ruf
gerecht, berichten die Forscher. In den betroffenen Gebieten wurde
über ein Drittel der Riff bildenden Korallen und Algen durch
andere, kein Kalkskelett abscheidende Algen ersetzt. "Bislang
gingen Wissenschaftler davon aus, dass derart artenreiche Ökosysteme
wie Korallenriffe die Folgen des Wegfangs von Räubern kompensieren
können", erläutert Polunin. "Unserer Studie
lässt vermuten, dass dies nicht der Fall ist und schon eine
niedrige Befischungsintensität den Zusammenbruch des Ökosystems
auslösen kann."
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