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- 29.04.2004 -

 

 

 


 

Die Schreiadler sind wieder da

Die ersten "Pommernadler" kehren aus ihren Winterquartieren in Afrika in ihre Brutgebiete in Mecklenburg-Vorpommern zurück.

Hamburg (vv) - Der Schreiadler (Aquila pomarina) ist wieder in seine Brutgebiete in Mecklenburg-Vorpommern zurückgekehrt, meldet die Deutsche Wildtier Stiftung. An der Recknitz balzten bereits die ersten Paare. Nur wenige Menschen wüssten, dass die kleinste Adlerart Deutschlands zu den Zugvögeln gehöre und die Tiere auf ihrem Zug drei Kontinente überquerten.

Die "Pommernadler" werden in Europa geboren und ziehen über Asien zu ihren Winterquartieren ins südliche Afrika. Über die Hälfte des Jahres sind sie auf ihrer Zugroute unterwegs oder befinden sich in ihren afrikanischen Winterquartieren. Auf diesen Reisen seien die stark bedrohten Tiere vielen Gefahren ausgesetzt und nicht alle kehrten zurück.

Zersiedlung und Zerschneidung der Landschaft bedrohen Brutgebiete

"Als Brutgebiete benötigen die Schreiadler große unzerschnittene, reich strukturierte Gebiete mit urwüchsigen Wäldern und Feuchtgebieten. Diese finden sie in Deutschland fast ausschließlich in Mecklenburg-Vorpommern und teilweise noch in Brandenburg. Aber auch dort wird der Lebensraum der Schreiadler durch Zersiedlung und Zerschneidung der Landschaft sowie Entwässerung von Feuchtgebieten eingeengt und bedroht", so Margit Meergans von der Deutschen Wildtier Stiftung.

Nach der "Roten Liste der Brutvögel Deutschlands" gilt der Schreiadler inzwischen als "stark gefährdet". Nur noch rund 130 Paare brüten bei uns. Auch europaweit zählt der Pommernadler, der seine Beute auch zu Fuß verfolgt, zu den besonders bedrohten Vogelarten.

Erhalt von Feuchtwiesen als Nahrungsrevier

Um den Bestand dieses seltenen Greifvogels zu erhalten, unterstützt die Deutsche Wildtier Stiftung ein Moorschutzprojekt der Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern im Unteren Recknitztal. Rund 1.200 Hektar Flusslandschaft sollen dort renaturiert werden. Das bedeute nicht nur Lebensraum für den Schreiadler, sondern auch für viele andere seltene Arten, wie Kranich, Wachtelkönig und Rohrdommel.

Der Erhalt von Feuchtwiesen - dem Jagdrevier der Schreiadler - obliege in dem Projekt einer besonderen Sorgfalt, denn diese Flächen müssten langfristig durch Pflege oder extensive Nutzung offen gehalten werden. "Ohne Pflegemaßnahmen würden sie schnell verbuschen und wären so als Nahrungsrevier für den Schreiadler verloren", betont Margit Meergans.

Die Deutsche Wildtier Stiftung engagiere sich in dem Moorschutzprojekt vor allem mit Schutzmaßnahmen für den Schreiadler, damit sein lautes "jück" auch weiterhin im Tal der Recknitz zu hören sei.

 


Foto: E. Hoyer

Der Schreiadler (Aquila pomarina) gilt als stark gefährdet.

 

 Mehr Informationen:

Deutsche Wildtier Stiftung
 

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