Bootslärm stört Walkommunikation
Lauter Motorenlärm von Walbeobachtungsbooten
stört die Kommunikation der Schwertwale vor der amerikanischen
Pazifikküste.
(jkm) - Die Beobachtung von Walen, das Whale Watching, ist eine
große Touristenattraktion und wird von Naturschützern
als kommerzielle Alternative zum Walfang propagiert. Dabei kann
man es auch übertreiben, haben britische und amerikanische
Biologen entdeckt: Angesichts lärmender Touristenboote sehen
sich Schwertwale vor der US-amerikanischen Pazifikküste mittlerweile
zu einer besonders langsamen "Sprechweise" genötigt.

© ArtToday
Beobachtung von Orcas: Bereits 1998 sind nach Angaben
der WDCS in Europa über 11 Millionen Euro mit Wal-Tourismus
verdient worden, in Australien im gleichen Jahr sogar
mehr als 35 Millionen.
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Orcas unter Dauerbeobachtung durch Touristen
Rus Hoelzel von der University of Durham und seine Kollegen untersuchten
drei Gruppen von Schwertwalen (Orcinus orca) vor der Küste
des US-Bundesstaates Washington. Die Tiere stehen praktisch unter
Dauerbeobachtung, berichten die Forscher im Magazin "Nature".
Tagsüber werde jede Gruppe von durchschnittlich 22 Booten
mit Touristen begleitet.
In Gegenwart der Fahrzeuge verständigen sich die Tiere durch
gut 15 Prozent längere Rufe, ermittelten die Forscher. Dieser
Effekt tritt in allen drei Gruppen auf, obwohl diese verschiedene
Dialekte mit unterschiedlich langen Lauten nutzen.
Ende der 70er-Jahre bzw. Anfang der 90er-Jahre aufgenommene Rufe
waren dagegen stets gleich lang - unabhängig von der Gegenwart
der Touristenboote. Allerdings habe sich die Zahl der Boote in
den letzten zehn Jahren in etwa verfünffacht, schreiben Hoelzel
und seine Kollegen.
"Diese Ergebnisse lassen vermuten, dass die Wale den anthropogenen
Lärm durch Verhaltensänderungen kompensieren, sobald
er einen Schwellenwert überschritten hat."
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