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- 27.04.2004 -

 

 


 

Osteuropa: Prachtvolle Mitgift in Gefahr

Der Naturreichtum der neuen EU-Beitrittsstaaten ist eine Bereicherung für Europas Natur - gleichzeitig könnten die wertvollen Gebiete jedoch EU-Projekten zum Opfer fallen.

(vv) - Der Naturschutzbund NABU hat anlässlich des bevorstehenden Beitritts der neuen EU-Mitgliedstaaten auf den weltweit bedeutenden Naturreichtum dieser Länder hingewiesen. "Was im übrigen Teil des Kontinents längst durch einen verantwortungslosen Umgang mit der Natur für immer verloren gegangen ist, bringen die Beitrittsstaaten als prächtige Mitgift in die europäische Ehe ein", sagte NABU-Vizepräsident Thomas Tennhardt.

Eine der großen Herausforderungen der Erweiterung bestehe darin, die natürlichen Reichtümer nicht zu verprassen, sondern sie zu bewahren und naturverträglich zu bewirtschaften. Unverbaute Küsten, die letzten von Menschenhand unberührten Urwälder Europas, unzugängliche Moorlandschaften sowie zahlreiche neue Tier- und Pflanzenarten seien ein großer Gewinn für das EU-Schutzgebietssystem "Natura 2000".

Europas wilder Osten bietet enormen Naturreichtum

Die neuen EU-Staaten brächten eine faszinierende Aussteuer an Naturschätzen mit in die europäische Ehe, meint auch die Umweltstiftung WWF. Vieles, was in den alten EU-Staaten längst verloren gegangen sei, habe in den neuen Ländern überlebt, sagt Claude Martin, der Generaldirektor des WWF.

Aufholprozess bringt neue Belastungen für die Umwelt

Mit dem zu erwartenden wirtschaftlichen Aufholprozess seien nach Einschätzung des NABU jedoch neue Belastungen für Natur und Umwelt zu erwarten. "Wenn die europäische Agrar- und Regionalpolitik einseitig die Intensivierung der Landwirtschaft, den Straßenbau und die Zersiedelung der Landschaft fördert, kann dies das Ende der osteuropäischen Naturschätze bedeuten", so Tennhardt.

Verkehrsprojekte gefährden Naturlandschaften

Neben der EU-Landwirtschaftspolitik sieht der NABU vor allem in fragwürdigen Verkehrsprojekten eine ernsthafte Bedrohung für die natürliche Artenvielfalt und die gewachsenen Natur- und Kulturlandschaften. Schlimmstes Beispiel seien die so genannten Transeuropäischen Netze (TEN), die in 29 Verkehrsvorhaben mit dem Ausbau von 75.000 Straßenkilometern, 12.000 Kilometer Wasserstraßen, 78.000 Kilometer Bahnstrecken, 330 Flughäfen sowie fast 500 See- und Binnenhäfen geknüpft werden sollen. Deshalb müssten alle TEN-Projekte, die gegen europäisches Umweltrecht verstießen, gestrichen werden.

 

 Mehr Informationen:

NABU

WWF

 

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