Schildkröten navigieren mit Karte und Kalender
Im jugendlichen Alter sind Meeresschildkröten
bereits bemerkenswerte Navigatoren, berichten US-Biologen.
(jkm) - In einer Versuchsstation gehaltene Tiere wissen dank
einer inneren Landkarte sehr genau, wo man sie aus dem Wasser
gefischt hat - und ob es dort gerade unangenehm kühl ist,
schreiben die Forscher im "Journal of Experimental Biology".
Meeresschildkröten sind dafür bekannt, dass sie zumindest
in bestimmten Phasen ihres Lebens Tausende Kilometer lange Wanderungen
unternehmen und danach zu ihrem Ausgangspunkt zurückfinden.
Laut Larisa Avens und Kenneth Lohmann von der University of North
Carolina, Chapel Hill, zeigen die neuen Resultate, dass sich diese
bemerkenswerten Fähigkeiten auch im Labor untersuchen lassen.
Als Versuchsobjekte dienten junge Karettschildkröten (Caretta
caretta) und Suppenschildkröten (Chelonia mydas), die Fischern
vor der nordamerikanischen Ostküste ins Netz gegangen waren.
Die Forscher schafften die Tiere vom Hafen aus in ihre Forschungsstation
- allerdings nicht unbedingt auf direktem Wege, sondern teilweise
auf langen und gewundenen Umwegen.
Den Navigationssinn der jungen Schildkröten konnten sei
damit nicht narren: Wurden sie in ein kreisrundes Becken gesetzt,
orientierten sie sich zuverlässig in Richtung ihres letzten
Aufenthaltsortes im Meer. Das galt allerdings nur in den Monaten
Mai bis September.

© ArtToday
Suppenschildkröten leben in den Küstengebieten
tropischer und subtropischer Meere.
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Im Spätherbst verlassen sowohl Karett- als auch Suppenschildkröten
ihre Weidegründe vor der Ostküste und ziehen zur Überwinterung
gen Süden. Auch bei den jugendlichen Versuchsobjekten wurde
dieses Programm aktiv, fanden Avens und Lohmann. Wurden die Tiere
im November bzw. Dezember in das Testbecken gesetzt, orientierten
sie sich bevorzugt in südliche Richtungen.
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