Tierschützer: Auch deutsche Firmen profitieren von Robbenjagd
Deutschland ist in der EU nach Informationen
von Tierschützern der drittgrößte Direktimporteur
von Robbenfellen aus Kanada und Norwegen.
Hamburg (dpa) - Im Jahr 2003 seien rund 11 000 Robbenfelle direkt
aus diesen Ländern nach Deutschland eingeführt worden,
berichtete der Internationale Tierschutz-Fonds (IFAW) hat am Freitag
in Hamburg. Berücksichtige man verschiedene Handelswege über
Norwegen und innerhalb der EU, so stehe Deutschland beim Import
immer noch an vierter Stelle aller EU-Länder.
Der Verband forderte deutsche Firmen auf, nicht länger
mit Robbenprodukten Geschäfte zu machen. Es gebe inzwischen
ein regelrechtes Überangebot von Robbenprodukten «auf
Grund der ständigen Erhöhung der Tötungsquote»,
sagte IFAW-Sprecher Uli Schnapauff. Beim Direktimport aus Kanada
und Norwegen belegen laut IFAW Dänemark (33 500 Felle) und
Griechenland (12 500 Felle) die Plätze eins und zwei.
In einigen EU-Ländern wie den Niederlanden und Italien
gebe es zurzeit Diskussionen über Einfuhrverbote für
Robbenprodukte, Belgien hat bereits eine entsprechende Verordnung
erlassen. «Wir fordern die Bundesregierung auf, dem Beispiel
dieser Länder zu folgen», sagte der Leiter von IFAW-Deutschland,
Ralf Sonntag. Auch solle Berlin bei der kanadischen Regierung
gegen «die eklatanten Verstöße gegen einfachste
Tierschutzprinzipien protestieren». Damit könne Deutschland
dazu beitragen, dass das beispiellose Robbenmassaker beendet werde.
Die diesjährige Robbenjagd in Kanada hatte Ende März
begonnen und soll noch bis Mitte Mai dauern. Die kanadische Regierung
hatte die Tötung von 350 000 Sattelrobben und Klappmützen
erlaubt.
|