Wie Zugvögel ihren Kompass stellen
Milliarden von Vögeln pendeln jedes Jahr
zwischen Sommer- und Winterquartieren. Jetzt haben Wissenschaftler
genauer untersucht, wie kleine Zugvögel ihren Richtungssinn
einstellen.
(jkm) - Wenn Zugvögel zwischen Sommer- und Winterquartier
pendeln, orientieren sie sich unter anderem am Magnetfeld der
Erde. Dessen Daten werden aber offenbar mit dem Sonnenlicht verrechnet,
fanden drei Biologen heraus. Sie verfolgten die Flüge von
Drosseln über den nordamerikanischen Kontinent.
William Cochran und seine Kollegen fingen mehrere Dutzend Grauwangendrosseln
(Catharus minimus) und Zwergdrosseln (Catharus ustulatus), denen
sie kleine Sender auf den Rücken banden. In der Nacht ließen
die Forscher die Tiere wieder frei. Ein Teil der Vögel wurde
allerdings vorher einem künstlichen, um 80 Grad nach Osten
gedrehten Magnetfeld ausgesetzt, um ihre Orientierung gezielt
zu stören. Tatsächlich flogen die manipulierten Drosseln
in westlicher Richtung davon, während sich ihre Artgenossen
nach Norden aufmachten.

© Mike Danzenbaker www.avesphoto.com
Catharus-Drossel
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Die Täuschung durch das künstliche Magnetfeld hielt
aber nur bis zum nächsten Sonnenuntergang an, berichten die
Forscher jetzt im Magazin "Science". Mit der Abendröte
bemerkten die Abweichler ihren Irrtum und korrigierten ihre Flugrouten
nach Nordosten.
Die Biologen folgten den Drosseln über eine Strecke von
rund 1100 Kilometern im Norden der USA bis zur kanadischen Grenze.
Nach Meinung der Forscher sind vor allem jene Vögel auf die
Sonne angewiesen, die sich auf das Magnetfeld allein nicht verlassen
können, weil sie den Äquator überqueren müssen
oder in Nähe der Pole nisten.
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