vista verde SucheNewsThemenAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -   N a t u r   &   A r t e n v i e l f a l t

 


- 14.04.2004 -

 

 

 

 


 

Tierschützer dokumentieren blutiges Robbenschlachten

Tierschützer haben bei dem anhaltenden Robbenschlachten in Kanada zahlreiche grauenhafte Verstöße gegen gesetzliche Auflagen dokumentiert.

Toronto (dpa) - Tierschützer in Kanada haben bei dem seit Wochen anhaltenden Robbenschlachten im Nordosten des Landes nach eigenen Angaben zahlreiche grauenhafte Verstöße gegen gesetzliche Auflagen für diese weltweit größte Massentötung von Meeressäugetieren dokumentiert. Die kanadischen Behörden sahen sich daraufhin gezwungen, eine Untersuchung einzuleiten, wie die Robbenspezialistin des Internationalen Tierschutzfonds (IFAW), Rebecca Aldworth, am Mittwoch der dpa sagte. Mehr als 240 000 Robben seien bereits getötet worden, seit die diesjährige Jagd am 22. März begann.

«Wir haben dem Fischereiministerium dutzende Videoaufnahmen übergeben, auf denen zu sehen ist, wie Babyrobben bei lebendigem Leibe gehäutet werden», sagte Aldworth in Toronto. «Zudem haben wir Beschwerde eingereicht gegen massive Behinderungen von Tierschützern bei der Beobachtung und Dokumentation des Robbenschlachtens.» So habe ein Robbenfängerschiff eine Eisscholle gerammt, auf der ein IFAW- Kamerateam gelandet war. «Das Team konnte nur knapp den Hubschrauber erreichen und sich in Sicherheit bringen.»

Die behördliche Untersuchung bedeute «noch lange nicht, dass dieses Schlachten eingestellt wird», sagte Aldworth. Die meisten der getöteten Robben seien schwimmunfähige Jungtiere gewesen. Die Baby- Robben werden mit Keulen erschlagen, an denen Eisenhaken befestigt sind, so genannten Hakapiks. Dabei werden die Robben häufig nicht so auf den Schädel getroffen, dass sie vor der Häutung tatsächlich tot sind. Den Augenreflextest, der nach den Vorschriften vor der Häutung durchgeführt werden soll, nahm kein einziger von dutzenden Robbenjägern vor, die Reporter im März auf dem Packeis des St.- Lorenz-Golfs beobachten konnten.

Das Fischereiministerium Kandas hatte für die diesjährige Robbenjagd allein in diesem Jahr die Tötung von 350 000 Sattelrobben und Klappmützen erlaubt. Das Massenschlachten, das im März im St.- Lorenz-Golf begann und inzwischen auf das Packeis nordöstlich von Neufundland ausgedehnt wurde, soll noch bis Mitte Mai anhalten. Allein vor Neufundland waren nach IFAW-Angaben in den vergangenen Tagen rund 350 Fischerboote im Einsatz. «Innerhalb von drei Tagen wurden dort fast 140 000 Robben abgeschlachtet», sagte Aldworth.

Für die Jahre 2003 bis 2005 hat das kanadische Fischereiministerium die Tötung von insgesamt rund einer Million Robben gestattet. Zu den Hauptabnehmerländern für kanadische Robbenfelle gehören Norwegen, Dänemark und China. In Belgien wurde kürzlich der Import untersagt.

 


© ArtToday

Junge Sattelrobben sind die begehrte Beute der Robbenjäger.


 Mehr Informationen:

IFAW

Sattelrobbe (Phoca groenlandica)

 

 Lesen Sie auch:

Blut im Packeis - Das Robbenschlachten in Kanada beginnt wieder

Robbenbabys: Nach dem Fellwechsel droht der Tod

Robben: Indianer betrieben nachhaltige Jagd

Alle Meldungen zum Thema: Artenvielfalt

 

 Werbung

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft| Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Themen | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung

 

© vista verde 2004
Alle Rechte vorbehalten
Jede Vervielfältigung - auch auszugsweise - bedarf der Genehmigung