Behaltet Nemo: Aquarienfische vor Florida
Vor der Küste Floridas tummeln sich immer
mehr ausgesetzte Zierfische. Die eingeschleppten Arten sind eine
Gefahr für die Fauna der Korallenriffe.
(jkm) - Eine neue Gefahr droht den Korallenriffen Floridas durch
den Aquarienhandel. Zu diesem Schluss kommen amerikanische Meeresbiologen
im Fachblatt "Marine Ecology Progress Series". Mindestens
16 eingeschleppte Arten von Zierfischen tummeln sich demnach im
Meer vor dem US-Bundesstaat. Vermutlich wurden sie von wohlmeinenden
oder überlasteten Aquarienbesitzern ausgesetzt.
"Wer nicht-einheimische Fische aussetzt, spielt Russisches
Roulette mit tropischen Meeresökosystemen", sagt Brice
Semmens von der University of Washington in Seattle. Zwar könnten
sich letztlich nur wenige Arten in der neuen Umgebung behaupten,
dann jedoch umso größeren Schaden anrichten. Und in
jedem Fall "ist das Hinzufügen neuer Arten zur Fauna
einer Region so, als würde man noch einige Verbesserungen
an einem Meisterwerk Da Vincis vornehmen."

© Paul Humann
Der Imperator oder Kaiserfisch (Pomacanthus
imperator), ein beliebter Zierfisch aus dem Indo-Pazifik,
ist nun auch im Meer vor Florida häufig anzutreffen.
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Semmens und seine Kollegen analysierten eine umfangreiche Datenbank
mit Fischsichtungen durch Sport- und Freizeittaucher. Die aus
dem Pazifik und dem Roten Meer stammenden Neulinge sind demnach
nicht über die gesamte Region verteilt. Vielmehr sind sie
auf kleinere Gebiete vor der Ostküste Floridas konzentriert.
In solchen Brennpunkten könne es besonders leicht zur Etablierung
einer Art und nachfolgend zur Ausbreitung in andere Gebiete kommen,
erläutert Semmens.
Höchst wahrscheinlich wurden die Exoten von Aquarienbesitzern
ins Meer entlassen, glauben der Forscher und seine Kollegen. Einerseits
seien beliebte Zierfische wie Kaiser- und Doktorfische auch vor
Florida relativ häufig anzutreffen. Andererseits passe ihre
räumliche Verteilung nicht zu den üblichen Schifffahrtsrouten,
so dass sie wohl nicht im Ballastwasser eingeschleppt worden seien.
"Ich denke, dass Aquarianer stärker als die Allgemeinbevölkerung
um den Zustand der marinen Ökosysteme besorgt sind",
so Semmens. "Viele scheinen sich jedoch nicht der Gefahren
bewusst zu sein, die das Aussetzen von Haustieren mit sich bringen
kann."
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