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- 08.04.2004 -

 

 


 

Behaltet Nemo: Aquarienfische vor Florida

Vor der Küste Floridas tummeln sich immer mehr ausgesetzte Zierfische. Die eingeschleppten Arten sind eine Gefahr für die Fauna der Korallenriffe.

(jkm) - Eine neue Gefahr droht den Korallenriffen Floridas durch den Aquarienhandel. Zu diesem Schluss kommen amerikanische Meeresbiologen im Fachblatt "Marine Ecology Progress Series". Mindestens 16 eingeschleppte Arten von Zierfischen tummeln sich demnach im Meer vor dem US-Bundesstaat. Vermutlich wurden sie von wohlmeinenden oder überlasteten Aquarienbesitzern ausgesetzt.

"Wer nicht-einheimische Fische aussetzt, spielt Russisches Roulette mit tropischen Meeresökosystemen", sagt Brice Semmens von der University of Washington in Seattle. Zwar könnten sich letztlich nur wenige Arten in der neuen Umgebung behaupten, dann jedoch umso größeren Schaden anrichten. Und in jedem Fall "ist das Hinzufügen neuer Arten zur Fauna einer Region so, als würde man noch einige Verbesserungen an einem Meisterwerk Da Vincis vornehmen."

 


© Paul Humann

Der Imperator oder Kaiserfisch (Pomacanthus imperator), ein beliebter Zierfisch aus dem Indo-Pazifik, ist nun auch im Meer vor Florida häufig anzutreffen.

 

Semmens und seine Kollegen analysierten eine umfangreiche Datenbank mit Fischsichtungen durch Sport- und Freizeittaucher. Die aus dem Pazifik und dem Roten Meer stammenden Neulinge sind demnach nicht über die gesamte Region verteilt. Vielmehr sind sie auf kleinere Gebiete vor der Ostküste Floridas konzentriert. In solchen Brennpunkten könne es besonders leicht zur Etablierung einer Art und nachfolgend zur Ausbreitung in andere Gebiete kommen, erläutert Semmens.

Höchst wahrscheinlich wurden die Exoten von Aquarienbesitzern ins Meer entlassen, glauben der Forscher und seine Kollegen. Einerseits seien beliebte Zierfische wie Kaiser- und Doktorfische auch vor Florida relativ häufig anzutreffen. Andererseits passe ihre räumliche Verteilung nicht zu den üblichen Schifffahrtsrouten, so dass sie wohl nicht im Ballastwasser eingeschleppt worden seien.

"Ich denke, dass Aquarianer stärker als die Allgemeinbevölkerung um den Zustand der marinen Ökosysteme besorgt sind", so Semmens. "Viele scheinen sich jedoch nicht der Gefahren bewusst zu sein, die das Aussetzen von Haustieren mit sich bringen kann."

 

 Mehr Informationen:

University of Washington

vista verde: Neozoa

 

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