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- 05.04.2004 -

 

 


 

Klimawandel begünstigt Kiefern-Vormarsch

Der Klimawandel könnte das Antlitz der Alpen dramatisch verändern, glauben österreichische Ökologen.

(jkm) - Den Modellrechnungen der Forscher zufolge könnte sich die von Bergkiefern bewachsene Fläche auf das Sechsfache erhöhen. Da die Bäume an der Baumgrenze nur langsam wachsen, würde diese Expansion allerdings sehr zögerlich vonstatten gehen.

Für andere alpine Pflanzen könnte dies das Aus bedeuten. "Schrumpfen und Fragmentierung der alpinen Lebensräume könnten so zu einer ernstlichen Bedrohung für Populationen vieler Hochgebirgspflanzen werden, ganz besonders regional endemischer", erläutert Stefan Dullinger. Auf der anderen Seite könnten ausgedehntere Gebirgswälder Erosionsprozesse eindämmen und vermehrt Wasser speichern.

Dullinger und seine Kollegen von der Universität Wien und vom österreichischen Umweltbundesamt nutzten Daten über Bergkiefern (Pinus mugo Truga), um deren Reaktion auf die globale Erwärmung zu simulieren. Die Föhren sind derzeit auf einem Zehntel der betrachteten Gebirgsfläche vertreten. Ausgehend von bis zu zwei Grad Celsius höheren Durchschnittstemperaturen schätzen die Forscher, dass die nahe der Baumgrenze nur sehr langsam wachsenden Bäume bis Ende des Jahrtausends 24 bis 59 Prozent der Fläche erobern könnten.

Ausschlaggebend ist nicht allein das Maß der Erwärmung, schreibt die Gruppe im "Journal of Ecology". Mindestens ebenso wichtig seien Faktoren wie beispielsweise der Widerstand, den die krautige Vegetation dem Vordringen der Nadelbäume entgegensetzt. Zudem warnen die Forscher davor, die Resultate auf andere Baumgrenzen-Systeme zu übertragen.

"Baumgrenzen könnten höchst unterschiedliche Reaktionen auf einen Temperaturanstieg zeigen", so Dullinger. "Unser Modell macht deutlich, dass komplexe Interaktionen zwischen Temperaturanstieg, artspezifischen Eigenschaften und der angestammten Gebirgsvegetation über die mögliche Ausdehnung der Baumgrenze entscheiden."

 

 Mehr Informationen:

Universität Wien, AG Grabherr

Die Höhenstufen

 

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