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- 30.03.2004 -

 

 


 

25 Jahre EU-Vogelschutzrichtlinie - Trittin zieht Erfolgsbilanz

Der seit 25 Jahren geltenden EU-Vogelschutzrichtlinie ist es zu verdanken, dass in Deutschland nicht noch mehr Brutvogelarten auf der «Roten Liste» der bedrohten Arten stehen.

Bonn (dpa) - Fast die Hälfte der 253 in Deutschland lebenden Brutvogelarten steht auf der «Roten Liste» der bedrohten Arten. Der seit 25 Jahren geltenden EU-Vogelschutzrichtlinie ist es zu verdanken, dass es um die wild lebenden Vogelarten in Europa nicht noch weit schlimmer steht. Diese Bilanz haben Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) am Mittwoch in Bonn gezogen. «Durch die Richtlinie haben wir viel erreicht. Einer ganzen Reihe ehemals bedrohter Vogelarten geht es heute besser», sagte Trittin.

Wichtig für den Erfolg sei vor allem auch das ehrenamtliche Engagement in Deutschland, sagte der Präsident des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Hartmut Vogtmann. Umweltschützer hingegen kritisierten, dass die Richtlinie nicht weit genug gehe. «Es ist nicht nachvollziehbar, warum zum Beispiel auch heute noch gefährdete Vogelarten auf der Liste der jagdbaren Arten stehen», erklärte der Naturschutzbund (NABU). Trittin verwies darauf, dass nicht alle Bundesländer ausreichend Schutzgebiete ausgewiesen hätten und mahnte sie an, ihren Verpflichtungen zügig nachzukommen.

Die am 2. April 1979 in Kraft getretene Richtlinie galt damals als «großer Wurf» des Naturschutzes, erläuterte Vogtmann. Sie verbietet das Fangen und Töten von bedrohten Vögeln, reguliert Jagd und Handel und verpflichtet zu Schutzmaßnahmen, wie der Einrichtung spezieller Schutzgebiete.

Die Richtlinie hat nach Angaben des BfN zwar zu Bestandserholungen beigetragen, allerdings seien immer noch 43 Prozent der vorkommenden Brutvögel gefährdet. Seit 1982 sei die Zahl um 13 Prozentpunkte gesunken - nicht zuletzt wegen der Schutzmaßnahmen. Die Richtlinie und ihre Umsetzung in Deutschland habe zu Bestandserholungen bei vielen ehemals gefährdeten Arten beigetragen, etwa bei Schwarzstorch, Kormoran, Seeadler, Habicht und Uhu.

Trotz Schutzmaßnahmen finde von Jahr zu Jahr eine schleichende Abnahme der Brut- und Zugvögel statt, sagte Vogtmann. Diese Entwicklung zeige auch die Grenzen der Richtlinie. Die Zersiedelung der Landschaft, illegale Verfolgung von unerwünschten Vögeln, Vogelopfer an Straßen- und Fensterfronten und viele andere Einwirkungen könnten nicht allein durch Gesetze verhindert werden.

«Der Schutz von Vogellebensräumen ist auch Menschenschutz» betonte Vogtmann. Vögel seien wertvolle und wichtige Bioindikatoren, die über Umweltveränderungen, wie zum Beispiel einen Klimawechsel, schon Jahre im Voraus aufklären könnten.

 


© ArtToday

Der seit 25 Jahren geltenden EU-Vogelschutzrichtlinie ist es zu verdanken, dass in Deutschland nicht noch mehr Brutvogelarten auf der «Roten Liste» der bedrohten Arten stehen.

 

 Mehr Informationen:

Bundesumwelt- ministerium

NABU

 

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