Wölfe in Deutschland - Rückkehr der Ausgerotteten
Es gibt wieder Wölfe in Deutschland. 15
bis 20 Tiere haben sich inzwischen in Sachsen angesiedelt.
(vv) - Es gibt wieder Wölfe in Deutschland. 15 bis 20 Tiere
haben sich inzwischen in der Oberlausitz angesiedelt, berichtet
die Zeitschrift "natur& kosmos" in ihrer neuesten
Ausgabe.
Ursprünglich streiften Wölfe durch ganz Europa. Doch
in den meisten Regionen wurden die intelligenten Räuber vor
mehr als 100 Jahren ausgerottet - in Bayern 1883, in Sachsen 1904.
Jahrhunderte galt der Wolf als Inbegriff des Bösen, spätestens
seit er Rotkäppchens Großmutter gefressen hat. Er war
Bote des Todes, Synonym für Gesetzesbrecher und Mädchenschänder.
Dieser schlechte Ruf der Wölfe hielt sich bis weit in die
Gegenwart. Heute reagieren die meisten Menschen beim Gedanken
an Isegrimm gelassener.
"Der Durchschnittswolf hat den Menschen nicht im Beutespektrum",
betont die Wolfsexpertin Gesa Kluth. In den vergangenen 50 Jahren
sind in ganz Europa 59 Menschen von Wölfen angegriffen und
verletzt worden, acht davon tödlich. Dabei seien jedoch zwei
Drittel aller Attacken auf tollwütige Wölfe zurückzuführen.
Allerdings darf man die Risiken, die durch den falschen Umgang
mit diesen Tieren entstehen können, nicht einfach unter den
Teppich kehren. Der Mensch sollte seine Scheu vor Wölfen
behalten und sie nicht mit Hunden gleichsetzen.
Gleichzeitig sind bei uns die Wölfe auf Unterstützung
angewiesen. Denn in zu kleinen oder gerade im Aufbau begriffenen
Wolfsrudeln entstehen bedrohliche genetische Engpässe. Der
Wildbiologe Ulrich Wotschikowsky fordert für diesen Fall
"Einzeltiere gezielt anzusiedeln." Dann können
Wölfinnen einen Wolf zum Partner wählen - und müssen
nicht, wie in Sachsen geschehen, auf wildernde Haushunde ausweichen.
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