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- 30.03.2004 -

 

 

 


 

"Todeszonen" bedrohen Meeresleben

Sauerstoffarme tote Zonen in den Ozeanen drohen nach Einschätzung der UN zu einer größeren Gefahr zu werden als die Überfischung.

(jkm) - In gut 150 Meeresgebieten herrscht zeitweise oder dauerhaft Sauerstoffmangel, warnt ein neuer Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP). Hervorgerufen durch hohe Nährstoffeinträge, kommt es in diesen "Todeszonen" zu Massensterben von Tieren und Pflanzen.

"Die Menschheit führt derzeit ein gigantisches, globales Experiment durch", formuliert UNEP-Direktor Klaus Töpfer. Ineffizienter oder übermäßiger Einsatz von landwirtschaftlichen Düngern, die Einleitung ungeklärter Abwässer und die weiter steigenden Emissionen aus Straßenverkehr und Industrie versorgten marine Algen mit reichlich Stickstoff und Phosphor und förderten so ihr Wachstum. Die Verwesung der Organismen zehre wiederum den im Wasser gelösten Sauerstoff auf, "mit alarmierenden und mitunter nicht reversiblen Effekten."

Regelmäßig betroffen sind unter anderem der Golf von Mexiko, Nord- und Ostsee, Adria, Kattegatt und einige Fjorde sowie die Chesapeake Bay. Die Autoren des Berichts warnen, Zahl und Größe der anoxischen Zonen hätten in den letzten 35 Jahren deutlich zugenommen. Dadurch seien nicht nur die Bestände von Fischen und Weichtieren bedroht, sondern auch Ernährung und Einkommen von Küstenbewohnern und die Basis ganzer Industriezweige.

Der Bericht wurde heute auf einem Treffen von Regierungsvertretern und UNEP-Experten im südkoreanischen Jeju vorgestellt. Nach Ansicht der Autoren wird das Problem durch die globale Erwärmung noch verstärkt werden. Stärkere Niederschläge und damit erhöhte Nährstoffeinträge, in Verein mit einem Anstieg der Wassertemperaturen, könnten den Sauerstoffgehalt beispielsweise im nördlichen Golf von Mexiko um bis zu 60 Prozent sinken lassen.

 

 Mehr Informationen:

UNEP

GEO Year Book 2003

Eutrophierung

 

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