Brasiliens Militär wird zunehmende Urwaldvernichtung bekämpfen
Bei der Bekämpfung der wieder zunehmenden
Vernichtung des Amazonas-Regenwalds übernehmen die brasilianischen
Streitkräfte künftig eine aktivere Rolle.
Brasilia (dpa) - Mit dieser Entscheidung habe die Regierung
in Brasilia auf Berichte reagiert, wonach sich die Zerstörung
des Urwalds wieder dem historischen Rekordniveau nähere,
hieß es am Dienstag (Ortszeit) in den Medien. Im Rahmen
des neuen Aktionsplans sollen Soldaten die Beamten der Umweltbehörde
Ibama unter anderem bei der Suche und Bekämpfung illegaler
Landbesetzungen im Amazonasgebiet unterstützen. Vorgesehen
seien für 2004 Investitionen von 394 Millionen Real (etwa
120 Millionen Euro).
Nach vorläufigen Zahlen des Instituts für Raumfahrtforschungen
INPE wurden zwischen August 2002 und August 2003 mindestens 25
400 Quadratkilometer Regenwald zerstört. Bei einer Bestätigung
dieser Zahlen wäre es die zweitgrößte Zerstörung
des Urwalds in der jüngeren Geschichte Brasiliens. Der Rekord
stammt aus dem Jahr 1994/95 mit einer Vernichtung von 29 059 Quadratkilometern.
Mit einer Ausdehnung von gut vier Millionen Quadratkilometern
bedeckt der Amazonas-Urwald knapp die Hälfte der Gesamtfläche
Brasiliens. Nach amtlichen Schätzungen wurden bereits 15,7
Prozent zerstört.
Der neue «Aktionsplan zur Vorbeugung und Kontrolle der
Urwaldzerstörung» sei Ergebnis einer mehrmonatigen
Arbeit von insgesamt elf Ministerien der Regierung von Präsident
Luiz Inácio Lula da Silva, hieß es. Ziel sei laut
Umweltministerin Marina Silva «die Unterbrechung der perversen
Dynamik der Abforstung». Zur schnelleren Entdeckung illegaler
Abholzungen und Brandrodungen sollten unter anderem Militär-Hubschrauber
und Satellitenbilder eingesetzt werden.
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