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- 16.03.2004 -

 

 


 

WWF: Tiger-Tod auf Sumatra

Sumatra-Tiger stehen durch Wilderei und Raubbau an den Regenwäldern Indonesiens kurz vor dem Aussterben, befürchtet die Umweltstiftung WWF.

(vv) - Gnadenlose Wilderei und der ungezügelte Holzeinschlag in den Regenwäldern Indonesiens hätten die Tiger auf der indonesischen Insel Sumatra an den Rand des Aussterbens gebracht, kritisierte der WWF in Frankfurt am Main. Eine Studie von TRAFFIC, dem gemeinsamen Artenschutzprogramm von WWF und der Weltnaturschutzunion IUCN, zeige, dass seit 1998 jedes Jahr mindestens 50 Tiger Opfer skrupelloser Wilderer geworden sind. Die Tigerfelle, -tatzen, -knochen und -zähne landeten als Trophäen und Glücksbringer auf dem indonesischen Markt oder würden als Heilmittel in der Traditionellen Asiatischen Medizin verwendet. Heute lebten nur noch etwa 400 bis 500 der großen Raubkatzen in den letzten Regenwald-"Inseln" auf Sumatra. Die Wilderei verstärke die extreme Bedrohung der Tiger, die seit Jahrzehnten durch den Verlust ihres Lebensraums dezimiert werden: Nirgendwo sonst auf der Welt wird der Regenwald so schnell vernichtet wie auf Sumatra.

 


© WWF-Canon Alain Compost

Junger Sumatra Tiger (Panthera tigris sumatrae), Indonesien

 

"Wer einen Tiger wildert, muss hart bestraft werden - da darf es überhaupt kein Pardon mehr geben! Um die Wilderer abzuschrecken und aufzuspüren, muss die indonesische Regierung dringend bessere Anti-Wilderer-Brigaden aufstellen", forderte Volker Homes, Artenschutzexperte des WWF. TRAFFIC-Mitarbeiter durchkämmten auf Sumatra 453 Geschäfte - und fanden in zwanzig Prozent der Läden Tigerprodukte. Der WWF befürchtet, dass die Sumatra-Tiger angesichts der ungezügelten Wilderei und des Regenwaldschwunds bald das gleiche Schicksal erleiden werden wie ihre einstigen Verwandten: Bereits in den 1940er Jahren waren die Bali-Tiger ausgestorben, in den 1970er Jahren folgten ihnen die Kaspischen und in den 1980er Jahren die Java-Tiger nach.

Abholzung im Zeitraffer

Der Dschungel, in dem die letzten Tiger leben, wird nach Angaben des WWF "von international tätigen Konzernen wie im Zeitraffer abgeholzt und in riesige Plantagen für den Anbau von billigen Rohstoffen für die Palmöl- und Papierindustrie umgewandelt". Dadurch fänden die dort heimischen Tiger nicht mehr genügend Beutetiere oder würden bei "Ausflügen" in die umliegenden Siedlungen getötet.

Die Tiefland-Regenwälder auf Sumatra werden nach Schätzungen der Weltbank bis zum nächsten Jahr vollständig verschwunden sein, wenn der Raubbau nicht umgehend beendet würde. Der WWF fordert deshalb ein sofortiges Ende des industriellen und illegalen Holzeinschlags in den letzten Regenwäldern Sumatras. Als ersten Schritt verlangte der WWF einen Einschlagstopp für die beiden größten Papierkonzerne der Welt, die indonesischen Zellstoff- und Papierproduzenten APP und APRIL, deren Produkte unter anderem als Kartonage und Kopierpapier auch auf dem deutschen Markt landeten.

Die letzten rund 5.000 bis 7.000 Tiger leben ausschließlich in Asien - zum Beispiel in Indien, im Russischen Fernen Osten, in China und Sumatra. In dieser Woche stehen die Bemühungen der indonesischen Regierung zum Schutz der Sumatra-Tiger auf der Sitzung des Ständigen Ausschusses der internationalen Artenschutzkonvention CITES in Genf auf dem Prüfstand.

 

 Mehr Informationen:

WWF: Sumatra-Tiger

vista verde: Raubkatzen

 

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