WWF: Tiger-Tod auf Sumatra
Sumatra-Tiger stehen durch Wilderei und Raubbau
an den Regenwäldern Indonesiens kurz vor dem Aussterben,
befürchtet die Umweltstiftung WWF.
(vv) - Gnadenlose Wilderei und der ungezügelte Holzeinschlag
in den Regenwäldern Indonesiens hätten die Tiger auf
der indonesischen Insel Sumatra an den Rand des Aussterbens gebracht,
kritisierte der WWF in Frankfurt am Main. Eine Studie von TRAFFIC,
dem gemeinsamen Artenschutzprogramm von WWF und der Weltnaturschutzunion
IUCN, zeige, dass seit 1998 jedes Jahr mindestens 50 Tiger Opfer
skrupelloser Wilderer geworden sind. Die Tigerfelle, -tatzen,
-knochen und -zähne landeten als Trophäen und Glücksbringer
auf dem indonesischen Markt oder würden als Heilmittel in
der Traditionellen Asiatischen Medizin verwendet. Heute lebten
nur noch etwa 400 bis 500 der großen Raubkatzen in den letzten
Regenwald-"Inseln" auf Sumatra. Die Wilderei verstärke
die extreme Bedrohung der Tiger, die seit Jahrzehnten durch den
Verlust ihres Lebensraums dezimiert werden: Nirgendwo sonst auf
der Welt wird der Regenwald so schnell vernichtet wie auf Sumatra.

© WWF-Canon Alain Compost
Junger Sumatra Tiger (Panthera tigris sumatrae),
Indonesien
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"Wer einen Tiger wildert, muss hart bestraft werden - da
darf es überhaupt kein Pardon mehr geben! Um die Wilderer
abzuschrecken und aufzuspüren, muss die indonesische Regierung
dringend bessere Anti-Wilderer-Brigaden aufstellen", forderte
Volker Homes, Artenschutzexperte des WWF. TRAFFIC-Mitarbeiter
durchkämmten auf Sumatra 453 Geschäfte - und fanden
in zwanzig Prozent der Läden Tigerprodukte. Der WWF befürchtet,
dass die Sumatra-Tiger angesichts der ungezügelten Wilderei
und des Regenwaldschwunds bald das gleiche Schicksal erleiden
werden wie ihre einstigen Verwandten: Bereits in den 1940er Jahren
waren die Bali-Tiger ausgestorben, in den 1970er Jahren folgten
ihnen die Kaspischen und in den 1980er Jahren die Java-Tiger nach.
Abholzung im Zeitraffer
Der Dschungel, in dem die letzten Tiger leben, wird nach Angaben
des WWF "von international tätigen Konzernen wie im
Zeitraffer abgeholzt und in riesige Plantagen für den Anbau
von billigen Rohstoffen für die Palmöl- und Papierindustrie
umgewandelt". Dadurch fänden die dort heimischen Tiger
nicht mehr genügend Beutetiere oder würden bei "Ausflügen"
in die umliegenden Siedlungen getötet.
Die Tiefland-Regenwälder auf Sumatra werden nach Schätzungen
der Weltbank bis zum nächsten Jahr vollständig verschwunden
sein, wenn der Raubbau nicht umgehend beendet würde. Der
WWF fordert deshalb ein sofortiges Ende des industriellen und
illegalen Holzeinschlags in den letzten Regenwäldern Sumatras.
Als ersten Schritt verlangte der WWF einen Einschlagstopp für
die beiden größten Papierkonzerne der Welt, die indonesischen
Zellstoff- und Papierproduzenten APP und APRIL, deren Produkte
unter anderem als Kartonage und Kopierpapier auch auf dem deutschen
Markt landeten.
Die letzten rund 5.000 bis 7.000 Tiger leben ausschließlich
in Asien - zum Beispiel in Indien, im Russischen Fernen Osten,
in China und Sumatra. In dieser Woche stehen die Bemühungen
der indonesischen Regierung zum Schutz der Sumatra-Tiger auf der
Sitzung des Ständigen Ausschusses der internationalen Artenschutzkonvention
CITES in Genf auf dem Prüfstand.
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