WWF: Artenschmuggel ist ein Milliarden-Geschäft wie Drogenhandel
Der illegale Handel mit exotischen Tieren und
Pflanzen ist nach Einschätzung von Umweltschützern ein
Milliardengeschäft, das dem Drogenhandel kaum noch nachsteht.
Frankfurt/Main (dpa) - Die Umweltstiftung WWF (World Wide Fund
For Nature) in Frankfurt schätzt, dass der internationale
Artenschmuggel jährlich fünf bis acht Milliarden Euro
abwirft. «Die dabei erzielten Gewinnspannen reichen an den
illegalen Drogen- und Waffenhandel heran», berichtete WWF-
Artenexperte Volker Homes am Freitag.
Der WWF befürchtet in den kommenden Monaten eine weitere
Zunahme des Artenschmuggels. Einerseits lockten die hohen Profite
immer mehr Schmuggler an. Andererseits sei die EU-Erweiterung
eine Gefahr: «Mit dem Wegfall der Grenzkontrollen öffnen
sich neue Schlupflöcher für gewissenlose Schmuggler,
Händler und Sammler», erwartet Homes.
Beliebte Hehlerware sind nach Recherchen des WWF lebende Großpapapageien
aus Südamerika, Kaviar aus Russland oder Reptilien aus aller
Welt. Sie würden zum Beispiel über den Flughafen Warschau
oder auf dem Landweg nach Deutschland transportiert. Kürzlich
sei ein Tscheche am Prager Flughafen gelandet, der im Gepäck
geschützte Warane, Schlangen und Schildkröten aus Indonesien
hatte. Oft endeten die Tiere in privaten deutschen Terrarien.
Um bedrohte Arten zu schützen, forderte der WWF Zoll, Polizei
und Naturschutzbehörden auf, sich gründlich auf die
EU-Erweiterung vorzubereiten. «Wir brauchen mehr und besser
geschultes Fachpersonal, um den Artenhandel wirksam zu kontrollieren»,
sagte der WWF-Referent. Zudem müssten die nationalen Behörden
auf EU-Ebene zusammenarbeiten, um zu verhindern, dass die Handelsfreiheit
Schmugglern die Tür öffne.
|