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- 12.03.2004 -

 

 


 

WWF: Artenschmuggel ist ein Milliarden-Geschäft wie Drogenhandel

Der illegale Handel mit exotischen Tieren und Pflanzen ist nach Einschätzung von Umweltschützern ein Milliardengeschäft, das dem Drogenhandel kaum noch nachsteht.

Frankfurt/Main (dpa) - Die Umweltstiftung WWF (World Wide Fund For Nature) in Frankfurt schätzt, dass der internationale Artenschmuggel jährlich fünf bis acht Milliarden Euro abwirft. «Die dabei erzielten Gewinnspannen reichen an den illegalen Drogen- und Waffenhandel heran», berichtete WWF- Artenexperte Volker Homes am Freitag.

Der WWF befürchtet in den kommenden Monaten eine weitere Zunahme des Artenschmuggels. Einerseits lockten die hohen Profite immer mehr Schmuggler an. Andererseits sei die EU-Erweiterung eine Gefahr: «Mit dem Wegfall der Grenzkontrollen öffnen sich neue Schlupflöcher für gewissenlose Schmuggler, Händler und Sammler», erwartet Homes.

Beliebte Hehlerware sind nach Recherchen des WWF lebende Großpapapageien aus Südamerika, Kaviar aus Russland oder Reptilien aus aller Welt. Sie würden zum Beispiel über den Flughafen Warschau oder auf dem Landweg nach Deutschland transportiert. Kürzlich sei ein Tscheche am Prager Flughafen gelandet, der im Gepäck geschützte Warane, Schlangen und Schildkröten aus Indonesien hatte. Oft endeten die Tiere in privaten deutschen Terrarien.

Um bedrohte Arten zu schützen, forderte der WWF Zoll, Polizei und Naturschutzbehörden auf, sich gründlich auf die EU-Erweiterung vorzubereiten. «Wir brauchen mehr und besser geschultes Fachpersonal, um den Artenhandel wirksam zu kontrollieren», sagte der WWF-Referent. Zudem müssten die nationalen Behörden auf EU-Ebene zusammenarbeiten, um zu verhindern, dass die Handelsfreiheit Schmugglern die Tür öffne.

 


© ArtToday

Boa constrictor: Beliebte Hehlerware sind nach Recherchen des WWF auch Reptilien aus aller Welt.

 

 Mehr Informationen:

Umweltstiftung WWF

Über den Handel mit wildlebenden Tier- und Pflanzenarten

 

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