Frühwarnsystem vor hungrigen Wölfen
Die Viehzüchter von Wisconsin und Minnesota
können sich ab sofort Wolfsüberfälle auf ihre Herden
voraussagen lassen.
(jkm) - Das Frühwarnsystem entstand unter Leitung der New
Yorker "Wildlife Conservation Society" (WCS). Es soll
Konflikte zwischen Mensch und Tier vermeiden helfen und so auch
die Wölfe schützen.
Das gemeinsame Projekt von Biologen, Naturschützer und Kartographen
basiert auf einem Geographischen Informationssystem GIS. Dieses
System ist in der Lage, die verschiedensten Daten einer Region
miteinander in Beziehung zu setzen und in Landkarten und Prognosen
zu verarbeiten.
Für Wisconsin und Minnesota werden beispielsweise die Lage
von Weiden, Feldern, Sümpfen und Flüssen mit den Lebensräumen
der Wölfe verrechnet. Dazu kommen Daten über den Verlauf
von Straßen, die Größe der Farmen und Viehherden
und weitere geographische Faktoren.
Bisher war von 0,3 Prozent der Ortschaften in Wisconsin bekannt,
dass sie in den Revieren der Wölfe liegen. Dort waren Viehherden
wiederholt von den Beutezügen der Wölfe betroffen. Die
GIS-Auswertung legt nun zwei weiteren Regionen im Südwesten
des Bundesstaates nahe, sich auf Besuche der Wolfsrudel einzustellen.
Das berichten die Forscher um Adrian Treves im Magazin "Conservation
Biology".
"Wir sind optimistisch, dass unser Projekt hilft, die Zusammenstöße
zwischen Wölfen und Menschen zu minimieren" so Treves.
"Sind die von Wölfen bedrohten Viehherden bekannt, können
rechtzeitig Maßnahmen ergriffen und das Töten von Wölfen
vermieden werden."
Bewährt haben sich nach Aussage der Forscher Wachhunde,
Zäune und Warnanlagen, die Wölfe mit grellem Licht und
lauten Geräuschen vertreiben. Ob Bären in New Jersey
oder Tiger in Indien - prinzipiell könne das Frühwarnsystem
auch an jedem anderen Ort der Welt eingesetzt werden, meint Treves.
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