Hybride Gefahr für norwegischen Lachs
Hybride aus Lachsen und Forellen könnten
Norwegens Probleme mit Parasiten, die dem Atlantischen Lachs zusetzen,
jetzt nochmals verschärfen.
(jkm) - Seit vielen Jahren kämpft Norwegen mit teils drastischen
Mitteln gegen einen Fischparasiten. Hybride aus Lachsen und Forellen
könnten das Problem jetzt nochmals verschärfen, berichtet
das Magazin "New Scientist" in seiner neuen Ausgabe.
Die Tiere scheinen selbst immun gegen den Parasiten zu sein, könnten
ihn jedoch in noch nicht infizierte Gewässer tragen.
Bei dem Parasiten handelt es sich um Gyrodactylus salaris. Der
Saugwurm greift das Gewebe seiner Wirtsfische an und öffnet
weiteren Erregern Tür und Tor. In den 70er-Jahren war er
aus Schweden nach Norwegen verschleppt worden und dezimiert seitdem
die dortigen Bestände des Atlantischen Lachses (Salmo salar).
Immer wieder sehen sich die norwegischen Behörden dazu gezwungen,
ganze Flüsse mit dem Pestizid Rotenon zu vergiften, um dem
Erreger die Lebensgrundlage zu entziehen.
Umso erstaunlicher war die scheinbare Erholung der Bestände
in dem seit langem befallenen Fluss Vefsna, berichtet das Magazin.
Die jungen Lachse hatten offenbar eine Immunität gegen den
Saugwurm entwickelt, da sie nur wenige Erreger trugen. Bei den
Hoffnungsträgern handelte es sich jedoch nicht um Lachse,
fanden Torbjørn Forseth vom Norsk Institutt for Naturforskning
in Trondheim und seine Kollegen bei DNA-Analysen heraus. Mindestens
jeder dritte "Lachs" war tatsächlich ein Hybrid
aus Atlantischem Lachs und Forelle (Salmo trutta).
Vermutlich stammen die Hybride von Flüchtlingen aus Fischfarmen
ab, vermuten die Forscher. Vielleicht hätten sich aber auch
wilde Lachse - aus dem Meer kommend - in den Fluss "verirrt".
Sollten die widerstandsfähigen Mischlinge die Wanderlust
ihrer Lachs-Eltern geerbt haben, könnten sie die Ausbreitung
des Saugwurms beschleunigen.
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