Great Barrier Reef droht der Wärmekollaps
Das Great Barrier Reef könnte sich in den
nächsten Jahrzehnten in eine Wüste von Kalkskeletten
verwandeln.
(jkm) - In einem neuen Bericht warnen australische Meeresbiologen
und Ökonomen vor dieser Gefahr. Laut ihrer Analyse werden
aufgrund der steigenden Meerestemperaturen 95 Prozent der Riffkorallen
bis zum Jahr 2050 absterben - es sei denn, der weltweite Kohlendioxidausstoß
wird deutlich reduziert.
"Korallenriffe gehören zu den ersten Opfern des Klimawandels",
so Ove Hoegh-Guldenberg von der University of Queensland in Brisbane.
"Die einzige Hoffnung auf Rettung für diese wunderbaren
Ökosysteme besteht darin, die Treibhausgas-Emissionen drastisch
zu senken und das Klima der Erde innerhalb von zwei Grad Celsius
gegenüber der vorindustriellen Zeit zu stabilisieren."
Das Great Barrier Reef erstreckt sich über gut 2.000 Kilometer
entlang der Küste des australischen Bundesstaates Queensland
und beherbergt schätzungsweise 400 Arten von Korallen, 1.500
Fischarten und 4.000 Arten von Weichtieren. In ihrem Bericht für
die Naturschutzorganisation WWF und das Tourismusgewerbe des Bundesstaates
schätzen Hoegh-Guldenberg und seine Kollegen, dass zwei Drittel
des Bruttosozialprodukts von Queensland auf das Riff zurückgehen.
Je nach analysiertem Wirtschaftsszenario könnte sich dies
drastisch ändern.
Erhöhte Temperaturen schaden Korallen direkt und steigern
ihre Anfälligkeit für andere Stressfaktoren wie Schadstoffe
und Krankheiten. Das damit verbundene Ausbleichen, das "Coral
Bleaching", werde im Great Barrier Reef künftig häufiger
zu beobachten sein, so die Forscher.
Und eine Erholung sei nur dann zu erwarten, wenn die Industrienationen
ihren CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2050 um 80 Prozent reduzierten.
Ansonsten werde der Großteil der Korallen absterben und
durch "weniger reizvolle Arten wie Großalgen und Cyanobakterien"
ersetzt - mit ökologisch wie ökonomisch schwerwiegenden
Folgen.
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