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- 19.02.2004 -

 

 

 


 

Gesprengte Fesseln: Invasoren fehlen Gegenspieler

Eingeschleppte Pflanzen können sich in ihrem neuen Lebensraum häufig unkontrolliert ausbreiten - besonders wenn mikrobielle Gegenspieler im Boden fehlen.

(jkm) - Erreichen Pflanzen ein neues Gebiet, können sie sich dort zu wahren Unkräutern entwickeln. Ein wichtiger Faktor sind fehlende mikrobielle Gegenspieler in den neuen Böden, zeigen Experimente amerikanischer Ökologen. Die aus Europa stammende Flockenblume wächst in europäischen Böden weniger gut als in amerikanischen. Der Unterschied verschwindet jedoch, wenn die Böden zuvor sterilisiert wurden.

Die Gefleckte Flockenblume (Centaurea maculosa) war vor gut 100 Jahren nach Nordamerika verschleppt worden und hat sich seitdem über den ganzen Kontinent ausgebreitet. Das Gewächs verdrängt einheimische Pflanzen und mindert den Wert von Weiden, da es vom Vieh gemieden wird. Ray Callaway und sein Team von der University of Montana, Missoula, untersuchten nun den Einfluss der Bodenflora auf den Korbblütler. Dazu pflanzten sie Centaurea-Samen in Böden von verschiedenen europäischen und nordamerikanischen Fundorten.

Im "heimischen" europäischen Boden brachten es die Sämlinge binnen fünf Monaten auf gut 0,4 Gramm Trockengewicht, im "neuen" nordamerikanischen dagegen auf das Doppelte. In zuvor sterilisiertem Erdreich erreichten dagegen alle Pflanzen ein Trockengewicht von etwa 1,2 Gramm, berichten die Forscher im Magazin "Nature". In einigen nordamerikanischen Böden wuchsen die Sämlinge sogar schlechter, wenn Bakterien, Pilze und andere Mikroorganismen abgetötet worden waren.

Der Effekt variiert zudem je nach Vorgeschichte des Bodens, zeigten weitere Versuche. In europäischen Böden wuchsen die Sämlinge schlechter, in nordamerikanischen dagegen besser, wenn zuvor bereits Flockenblumen in dem Erdreich gewachsen waren. Offenbar "kultiviert" Centaurea im heimischen Boden artspezifische bakterielle und virale Gegenspieler, die zudem gegen die chemischen Kampfstoffe ihrer Wurzeln gefeit sind. Im fremden Boden scheint sie dagegen auf generalistische Pilz-Symbionten bauen zu können.

 


© ArtToday

Die Flockenblume Centaurea maculosa - eine nahe Verwandte der Kornblume - hat sich in Nordamerika bereits über Millionen Hektar von Weideland ausgebreitet.


 Mehr Informationen:

Callaway Lab

Centaurea maculosa

vista verde: Invasive Arten

 

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