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Schutzgebiet in Indonesien: Überlebt
die Königin der Schildkröten doch?
Für die Lederschildkröte,
die größte Meeres-Schildkröte der Welt, gibt es
aus Sicht der Umweltstiftung WWF wieder Hoffnung.
Frankfurt/Kuala Lumpur (ots/vv)
- Die größte Meeresschildkröte der Welt ist nach
Angaben des WWFvom Aussterben bedroht. Doch jetzt bestehe Hoffnung
für die Lederschildkröte, erklärte die Umweltstiftung
WWF. Indonesien richte ein neues Meeresschutzgebiet ein, das mit
der Nordküste Papuas auch das wichtigste Brutgebiet des Reptils
im Pazifik umfasse. Das hätten Regierungsvertreter am Montag
auf der UN-Konferenz zur Biologischen Vielfalt in Kuala Lumpur
bekanntgegeben.
Nach Angaben des WWF hat die
pazifische Population der bis zu 900 Kilo schweren und 250 Zentimeter
langen Lederschildkröte dramatisch abgenommen. In den 80er
Jahren seien noch 90.000 brütende Weibchen pro Jahr gezählt
worden, heute nur noch 3.000. "Eine der faszinierendsten
Arten droht aus dem Pazifik zu verschwinden. Die Ankündigung
Indonesiens, ein wichtiges Brutgebiet zu schützen, ist ein
großer Fortschritt für die Rettung der Lederschildkröte",
sagte WWF-Artenschützer Roland Melisch.

© WWF-Canon / Roger LeGuen
Dieses Lederschildkröten-Baby
wird ausgewachsen bis zu 900kg schwer.
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Der ungebremste Strand-Tourismus
habe die Zahl der großen Brutgebiete weltweit schrumpfen
lassen. Zu den wichtigsten Nistständen zählten neben
Papua die Pazifikküste Mexikos, Karibikküste Costa Ricas
und die Küste Französisch-Guyanas. Bedroht sei die Lederschildkröte
aber auch, weil ihre Eier als potenzsteigernde Delikatesse gelten,
die Einheimische mit Kondensmilch oder Schnaps trinken. Ein Weibchen
gräbt 60-100 kugelrunde, weiße Eier in den Sand ein
und verschwindet dann wieder im Meer. Die weitere Brutpflege überlässt
es dem schützenden Sand und der wärmenden Sonne.
"Doch nicht nur der Verlust
der Brutstätten macht den Reptilien zu schaffen. Es lauern
weitere Gefahren", weiß Melisch. Häufig verendeten
sie als wertloser Beifang in den Schleppnetzen der Fischer. Die
indonesische Regierung appellierte auf der UN-Konferenz an die
betroffenen Staaten, Meeresschildkröten durch den Einsatz
verbesserter Fischereimethoden vor dem unnötigen Tod zu bewahren.
So reduzieren nach Angaben des WWF neu entwickelte Schleppnetze
den Beifang von Meeresschildkröten erheblich.
Ein weiteres Problem sei die
Verschmutzung der Meere. Lederschildkröten könnten den
im Wasser treibenden Kunststoffmüll nicht von ihrer Leibspeise,
den Quallen, unterscheiden. Immer wieder verendeten sie an unverdaulichen
Plastiktüten. Untersuchungen hätten gezeigt, dass etwa
die Hälfte aller Lederschildkröten Kunststoffabfälle
im Magen haben.
"Bisher sind weniger als
0,5 Prozent der Weltmeere unter Schutz gestellt. Die Bedrohung
der Lederschildkröte symbolisiert den Abgrund, an dem die
Artenvielfalt der Meere heute steht. Die Staatenvertreter im Kuala
Lumpur müssen jetzt handeln, um ein weltweites Netz von Meeresschutzgebieten
zu errichten", forderte Melisch.
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