vista verde SucheNewsForumAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -   N a t u r   &   T i e r e

News - Seite 1Politik
Natur und Tiere
Wissenschaft und Technik
Wirtschaft und Energie

- 12.02.2004 -

 

 

 

 

 

 

 


 

Borneo: Regenwälder schwinden - Abholzung geschützter Terrains

Die einst riesigen Urwälder auf der südostasiatischen Insel Borneo sind einer neuen Bestandsaufnahme zufolge durch radikale Abholzung bedroht.

Washington/Kuala Lumpur (dpa) - Allein die geschützten indonesischen Flachland-Urwälder auf Borneo seien zwischen 1985 und 2001 um 56 Prozent (29 000 Quadratkilometer) geschrumpft, schreiben US-Forscher im Fachjournal «Science» (Bd. 303, S. 1000). Das entspricht der Fläche Brandenburgs. Ein Großteil des Holzes landet laut Greenpeace in Form von Gartenmöbeln in Europa. Die indonesische Regierung verkündete unterdessen nach Angaben der Umweltstiftung WWF auf der internationalen Artenschutzkonferenz in Kuala Lumpur die Einrichtung zwölf weiterer Waldschutzgebiete, unter anderem auf Borneo und Sumatra.

Die Waldflächen auf diesen beiden Inseln seien in den vergangenen Jahrzehnten für die Produktion von Holz, Papier und Palmöl schneller vernichtet worden als irgendwo sonst auf der Welt, beklagte der World Wide Fund for Nature (WWF). Die so gewonnenen billigen Rohstoffe landeten als Waschmittel, Kopierpapier, Kartons, Margarine und Süßigkeiten in europäischen Büros und Haushalten. Allein im vergangenen Jahr seien in ganz Indonesien insgesamt rund 30.000 Quadratkilometer Wald dem industriellen und illegalen Holzeinschlag zum Opfer gefallen.

Nach Angaben des Greenpeace-Artenschutzexperten Martin Kaiser wird Holz auf dem indonesischen Teil Borneos sowohl illegal geschlagen als auch illegal nach Malaysia transportiert, wo es verarbeitet werde. «Dann wird es nach Europa legal als Gartenmöbel exportiert», erläutert Kaiser. Er verweist als Alternative auf Holz aus anderen Ländern, das mit dem FSC-Siegel (Forest Stewardship Council) ausgezeichnet wurde. Dafür werde kein Urwald zerstört.

Die wichtigen Pufferzonen um bereits geschützte Areale auf Borneo seien teils schon zu 70 Prozent abgeholzt, schreiben die US-Forscher von der Yale-University in New Haven in ihrer «Science»-Studie. Nach einer Auswertung verschiedener Überblicke warnen sie vor einer doppelten Gefahr durch die Abholzung. Nicht nur der Raubbau selbst, sondern auch die veränderte Wirkung des Klimaphänomens El Nino bedrohten die Umwelt. Ursprünglich habe El Nino für den indonesischen Urwald eine wichtige Funktion gehabt, weil die Blüte- und Reproduktionsphasen der wichtigsten Nutzbäume und Pflanzen dadurch synchronisiert worden seien. «Die Waldzerstückelung und die Oberflächenveränderung haben El Nino jedoch von einer regenerativen zu einer zerstörerischen Kraft gewandelt», schreiben die Forscher. Nun fördere El Nino Dürren und Brände.

Der WWF forderte die indonesische Regierung auf, der Ankündigung neuer Schutzgebiete auch Taten folgen zu lassen. Die Umweltstiftung verlangte einen Aktionsplan zur Bewahrung der Regenwälder und damit der dort heimischen und vom Aussterben bedrohten Elefanten und Orang- Utans.

 


© WWF Canon / M. Terrettaz

Orang Utan: Mit der Vernichtung des indonesischen Regenwaldes wird auch sein Lebensraum zerstört.


 Mehr Informationen:

Artenschutzkonferenz

Umweltstiftung WWF

 

 Lesen Sie auch:

Artenvielfalt: UN fordern gerechte Verteilung des Profits

Wer zahlt? UN-Konferenz über weltweites Netz von Schutzgebieten

Umweltschützer: Eine Milliarde Euro für den Artenschutz

Jahr des Affen: Gefahr für nächsten Verwandten des Menschen bleibt

Artenschutz: Trend zur Naturmedizin gefährdet Wildpflanzen

Studie: Klimawandel bedroht eine Million Tier- und Pflanzenarten

Rote Liste 2003: Mehr als 12.000 Tier- und Pflanzenarten bedroht

WWF: Lage für asiatische Nashörner dramatisch

Borneo: Nasenaffen drohen auszusterben

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft| Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Forum | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung

 

© vista verde 2004
Alle Rechte vorbehalten
Jede Vervielfältigung - auch auszugsweise - bedarf der Genehmigung