|
WWF: Die Edelsteine der Alpen erhalten
Die Umweltstiftung WWF ermittelte
in einer Studie die 23 wertvollsten Naturregionen in den Alpen
und fordert mehr internationalen Schutz.
Frankfurt/Main (vv) - Seit Montag
verhandeln Vertreter von 187 Staaten in Kuala Lumpur, Malaysia,
über Maßnahmen zum Erhalt der weltweiten Biodiversität.
Ein zentrales Thema auf der UN-Konferenz zur Biologischen Vielfalt
(CBD), die noch bis zum 20. Februar andauert, ist der Erhalt der
Bergregionen. Die Umweltstiftung WWF präsentierte aus diesem
Anlass eine Studie, die die 23 aus ihrer Sicht wertvollsten Naturregionen
der Alpen identifiziert.
Frank Mörschel, WWF Alpen-Experte,
erläutert: "Die Alpen sind die größte verbliebene
Naturregion Mitteleuropas. 30.000 Tier- und 13.000 Pflanzenarten
zeugen von einer atemberaubenden Vielfalt der Natur. Zu den bekanntesten
Arten, die heute in den Alpen anzutreffen sind, zählen u.a.
Braunbären, Steinböcke, Gemsen, Wölfe, Luchse und
Steinadler. Darüber hinaus kommen hier viele Pflanzenarten
vor, die es sonst nirgends auf der Welt gibt. Die Alpen bilden
auch das größte Wasserreservoir Europas. Mächtige
Flüsse wie der Rhein, die Rhône oder der Po entspringen
hier."
Die Alpen sind nach Angaben des
WWF stark gefährdet durch den zunehmenden Verkehr, die Zersiedelung,
den Klimawandel und den ungebremsten Tourismus. "Es genügt
nicht, Naturschutz nur auf lokaler oder regionaler Ebene zu betreiben:
wir müssen die gesamten Alpen im Blick haben", warnt
Mörschel und betont damit die Notwendigkeit internationaler
Kooperation zwischen den Alpenstaaten.
Die Alpen-Studie hatte der WWF
gemeinsam mit CIPRA, dem Netzwerk Alpiner Schutzgebiete und dem
Internationalen Wissenschaftlichen Komitee Alpenforschung sowie
der Hilfe von hundert Experten aus 90 Institutionen erarbeitet.
Sie basiere auf einer Analyse der wichtigsten Lebensräume
für Säugetiere, Vögel, Amphibien, Reptilien, Insekten
und Flora sowie Süßwasser-Ökosysteme. In Deutschland
zählen das Allgäu, der Karwendel und das Berchtesgadener
Land zu den wichtigsten Naturschätzen.
Der Report sei ein Modell für
die Umsetzung der Konvention zur Biologischen Vielfalt in großen
Bergregionen und ein Beitrag zur Realisierung der Alpenkonvention.
"Die Rettung der Alpen ist eine Herkulesaufgabe. Sie kann
nur gelingen, wenn wir unsere beschränkten finanziellen und
personellen Mittel auf die zentralen Gebiete konzentrieren. Deshalb
haben wir aus der ökologischen Schatztruhe der Alpen die
23 'Edelsteine' herausgesucht", so Mörschel.
Dabei sollten die ausgesuchten
Regionen nicht vollständig unter Naturschutz gestellt werden,
sondern angepasste Maßnahmen zur nachhaltigen Nutzung zusammen
mit lokalen Interessengruppen entwickelt werden. Von der UN-Konferenz
fordert der WWF, den vorliegenden Arbeitsplan für einen umfassenden
Schutz aller Bergregionen der Erde anzunehmen.
|