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- 11.02.2004 -

 

 

 

 

 


 

WWF: Die Edelsteine der Alpen erhalten

Die Umweltstiftung WWF ermittelte in einer Studie die 23 wertvollsten Naturregionen in den Alpen und fordert mehr internationalen Schutz.

Frankfurt/Main (vv) - Seit Montag verhandeln Vertreter von 187 Staaten in Kuala Lumpur, Malaysia, über Maßnahmen zum Erhalt der weltweiten Biodiversität. Ein zentrales Thema auf der UN-Konferenz zur Biologischen Vielfalt (CBD), die noch bis zum 20. Februar andauert, ist der Erhalt der Bergregionen. Die Umweltstiftung WWF präsentierte aus diesem Anlass eine Studie, die die 23 aus ihrer Sicht wertvollsten Naturregionen der Alpen identifiziert.

Frank Mörschel, WWF Alpen-Experte, erläutert: "Die Alpen sind die größte verbliebene Naturregion Mitteleuropas. 30.000 Tier- und 13.000 Pflanzenarten zeugen von einer atemberaubenden Vielfalt der Natur. Zu den bekanntesten Arten, die heute in den Alpen anzutreffen sind, zählen u.a. Braunbären, Steinböcke, Gemsen, Wölfe, Luchse und Steinadler. Darüber hinaus kommen hier viele Pflanzenarten vor, die es sonst nirgends auf der Welt gibt. Die Alpen bilden auch das größte Wasserreservoir Europas. Mächtige Flüsse wie der Rhein, die Rhône oder der Po entspringen hier."

Die Alpen sind nach Angaben des WWF stark gefährdet durch den zunehmenden Verkehr, die Zersiedelung, den Klimawandel und den ungebremsten Tourismus. "Es genügt nicht, Naturschutz nur auf lokaler oder regionaler Ebene zu betreiben: wir müssen die gesamten Alpen im Blick haben", warnt Mörschel und betont damit die Notwendigkeit internationaler Kooperation zwischen den Alpenstaaten.

Die Alpen-Studie hatte der WWF gemeinsam mit CIPRA, dem Netzwerk Alpiner Schutzgebiete und dem Internationalen Wissenschaftlichen Komitee Alpenforschung sowie der Hilfe von hundert Experten aus 90 Institutionen erarbeitet. Sie basiere auf einer Analyse der wichtigsten Lebensräume für Säugetiere, Vögel, Amphibien, Reptilien, Insekten und Flora sowie Süßwasser-Ökosysteme. In Deutschland zählen das Allgäu, der Karwendel und das Berchtesgadener Land zu den wichtigsten Naturschätzen.

Der Report sei ein Modell für die Umsetzung der Konvention zur Biologischen Vielfalt in großen Bergregionen und ein Beitrag zur Realisierung der Alpenkonvention. "Die Rettung der Alpen ist eine Herkulesaufgabe. Sie kann nur gelingen, wenn wir unsere beschränkten finanziellen und personellen Mittel auf die zentralen Gebiete konzentrieren. Deshalb haben wir aus der ökologischen Schatztruhe der Alpen die 23 'Edelsteine' herausgesucht", so Mörschel.

Dabei sollten die ausgesuchten Regionen nicht vollständig unter Naturschutz gestellt werden, sondern angepasste Maßnahmen zur nachhaltigen Nutzung zusammen mit lokalen Interessengruppen entwickelt werden. Von der UN-Konferenz fordert der WWF, den vorliegenden Arbeitsplan für einen umfassenden Schutz aller Bergregionen der Erde anzunehmen.

 


© ArtToday

Die Alpen sind nach Angaben des WWF stark gefährdet durch den zunehmenden Verkehr, die Zersiedelung, den Klimawandel und den ungebremsten Tourismus.

 

 Mehr Informationen:

WWF: Die Alpen-Studie

Artenschutzkonferenz

 

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