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Artenvielfalt: UN fordern gerechte Verteilung
des Profits
Im Kampf gegen Biopiraterie
haben die Vereinten Nationen eine bessere Beteiligung der Entwicklungsländer
am Profit aus ihrem Artenreichtum gefordert.
Kuala Lumpur (dpa) - Traditionelles
Wissen über die Züchtung und Anwendung spezieller Pflanzen
etwa zu medizinischen Zwecken würden heute zu einem riesigen
globalen Markt beitragen, betonten das UN-Umweltprogramm UNEP
und die Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) am
Dienstag bei der Vorstellung einer gemeinsamen Studie auf der
Artenschutzkonferenz in Kuala Lumpur. Allein in Deutschland werde
der Markt für pflanzliche Medikamente auf umgerechnet jährlich
rund 2,75 Milliarden Euro geschätzt.
«Die faire und angemessene
Beteiligung derer, die über wertvolle genetische Ressourcen
und Wissen verfügen, bedeutet einen doppelten Gewinn»,
sagte UNEP-Direktor Klaus Töpfer. Solche Einkommen würden
nicht nur die Armut lindern, sondern der Bevölkerung auch
Antrieb verleihen, die wertvolle Artenvielfalt zu schützen.
Die in Kuala Lumpur diskutierte Schlüsselfrage sei allerdings,
ob freiwillige Vereinbarungen zwischen Firmen und der Bevölkerung
ausreichten, oder ob dies durch ein rechtsverbindliches internationales
Abkommen geregelt werden müsse.
«Die Natur war immer und
wird zunehmend ein wahrhaftiger Schatz für neue und neuartige
Verbindungen und Produkte sein», ergänzte Töpfer.
«Das voranschreitende Artensterben bedeutet jedoch auch,
dass vermutlich zahlreiche vielversprechende Heilmittel, ebenso
wie Gesundheits- und Industrieprodukte, mit alarmierender Geschwindigkeit
verloren gehen.» Die UNEP/WIPO-Studie hatte exemplarisch
die Nutzung eines Reis-Gens und einer indischen Kräutermedizin
durch die globale Wirtschaft untersucht.
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