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WWF-Report: Feuchtgebiete haben hohe
wirtschaftliche Bedeutung
Flüsse, Seen und Sümpfe
sind nicht nur als Trinkwasserspeicher, Erholungsgebiete und Lebensraum
für zahlreiche Tiere und Pflanzen von unschätzbarem
Wert, Feuchtgebiete haben darüber hinaus eine enorme wirtschaftliche
Bedeutung.
Frankfurt/Main (ots/vv) - Feuchtgebiete
dienen als Wasserfilter und tragen zum Hochwasserschutz bei. Der
jährliche Wert dieser Funktionen liegt bei 70 Milliarden
US Dollar. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Umweltstiftung
WWF. Die Naturschützer erinnern anlässlich des Internationalen
Tag der Feuchtgebiete (02.02.2004), wie leichtsinnig diese Werte
aufs Spiel gesetzt werden: Überflutungsflächen werden
trockengelegt, Flüsse begradigt, und Industrie und Landwirtschaft
verschmutzen die Flüsse
"Anstatt Milliardenbeträge
in die Luft zu jagen, um auf dem Mars nach Wasser zu suchen, sollte
wesentlich mehr getan werden, um die Lebensadern hier auf der
Erde zu bewahren", mahnt Dr. Peter Prokosch, Geschäftsführer
des WWF Deutschland. Die jetzt vom WWF vorgelegte Studie führt
89 bestehende Untersuchungen zusammen, in denen der Wert verschiedener
Feuchtgebiete monetarisiert wurde. Für Feuchtgebiete in einer
Größenordnung von 630.000 Quadratkilometern liegen
bereits solche Abschätzungen vor. Ihre jährliche Wirtschaftsleistung
beträgt knapp 3,5 Milliarden US Dollar. Rechnet man diese
Summe auf die in der so genannten Ramsar Konvention geschützten
Gebiete hoch, ergibt sich ein Wert von 70 Milliarden US Dollar
im Jahr.
Der Report verdeutlicht, dass
in den vergangenen 100 Jahren die Hälfte aller Feuchtgebiete
weltweit verschwunden ist. "Damit wurden zugleich enorme
Werte vernichtet. Bislang hat man diese ökonomische Bedeutung
aber weit unterschätzt", bemängelt der WWF. Im
Gegenteil: Statt diese Gebiete zu erhalten, werden Milliarden
ausgegeben, um Auwälder und Überflutungsflachen als
Bauland oder für die Landwirtschaft zu nutzen. Dies möge
zwar kurzfristig Gewinne abwerfen, sei aber mittelfristig kontraproduktiv.
"Wie kostspielig eine solche Politik sein kann, hat die Flut
an der Elbe 2002 eindrücklich vor Augen geführt",
erinnert Peter Prokosch. Der rücksichtslose Umgang mit den
Lebensadern der Erde führe nicht nur zu einem unwiederbringlichen
Verlust der Artenvielfalt, sondern auch zu verschmutzten Flüssen,
Wasserknappheit und immer schwereren Hochwasserkatastrophen.
Der WWF fordert eine Umkehr in
der internationalen Wasserpolitik. Es sei viel billiger, die Feuchtgebiete
zu bewahren als anschließend die Schäden zu beseitigen,
die durch eine verfehlte Politik hervorgerufen werden. Ein nachhaltiges
Flussgebietsmanagement sei der erste Schritt, um den beim Weltgipfel
für nachhaltige Entwicklung vereinbarten Zielen näher
zu kommen.
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