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- 27.01.2004 -

 

 

 

 

 


 

Kohlendioxid:

Treibhausgas verdirbt Meisen den Appetit

Der steigende Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre könnte Singvögeln das Fressen madig machen, haben amerikanische Biologen entdeckt.

(jkm) - Indem Raupen mit der Blattnahrung vermehrt Abwehrstoffe aufnehmen, wachsen sie zwar langsamer. Gleichzeitig werden sie jedoch weniger schmackhaft für Meisen.

"Wenn Pflanzen bei erhöhten Kohlendioxidspiegeln wachsen, produzieren sie verstärkt sekundäre Inhaltsstoffe - Tannine und Phenole - mit denen sie sich vor Pflanzenfressern schützen", erläutert Martina Müller von der University of Rhode Island in Kingston. Frühere Untersuchungen hätten bereits gezeigt, dass diese Inhaltsstoffe das Wachstum von Raupen bremsen. Nun fanden die Forscher, dass die Substanzen auch in höheren Etagen des Nahrungsnetzes ihre Wirkung entfalten.

Müller und ihre Kollegen stellten Schwarzkopfmeisen (Poecile atricapilla) vor die Wahl zwischen Schwammspinner-Raupen, die sich unterschiedliche Gehalte an Tanninen und Phenolen angefressen hatten. Sie fanden, dass die Vögel die Raupen mit Leichtigkeit auseinander halten konnten und Tiere mit niedrigen Gehalten an pflanzlichen Abwehrstoffen klar bevorzugten.

"Dies sind intelligente Vögel mit einem ausgeprägten Lernvermögen", so Müller. Gleichzeitig hätten die Meisen - ähnlich dem sprichwörtlichen Bauer - auch eine Vorliebe für bereits bekannte Nahrung an den Tag gelegt.

Was wie eine nichtige Geschmacksfrage anmute, könnte schwerwiegende ökologische Konsequenzen haben, betont Müllers Kollege Scott McWilliams von der University of Wisconsin. Indem der Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre steige, könnten Schwarzkopfmeisen und andere Schädlingsvertilger vielleicht nicht mehr genügend Nahrung finden, so der Biologe. Und von dem Fraßdruck befreit, könnten sich wiederum die Raupen stark vermehren und ganze Wälder entlauben.

 


© ArtToday

Schwarzkopfmeise
(Poecile atricapilla)


 Mehr Informationen:

University of Rhode Island

Poecile atricapilla

Schwammspinner

 

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