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Kohlendioxid:
Treibhausgas verdirbt Meisen den Appetit
Der steigende Kohlendioxidgehalt
der Atmosphäre könnte Singvögeln das Fressen madig
machen, haben amerikanische Biologen entdeckt.
(jkm) - Indem Raupen mit der Blattnahrung
vermehrt Abwehrstoffe aufnehmen, wachsen sie zwar langsamer. Gleichzeitig
werden sie jedoch weniger schmackhaft für Meisen.
"Wenn Pflanzen bei erhöhten
Kohlendioxidspiegeln wachsen, produzieren sie verstärkt sekundäre
Inhaltsstoffe - Tannine und Phenole - mit denen sie sich vor Pflanzenfressern
schützen", erläutert Martina Müller von der
University of Rhode Island in Kingston. Frühere Untersuchungen
hätten bereits gezeigt, dass diese Inhaltsstoffe das Wachstum
von Raupen bremsen. Nun fanden die Forscher, dass die Substanzen
auch in höheren Etagen des Nahrungsnetzes ihre Wirkung entfalten.
Müller und ihre Kollegen
stellten Schwarzkopfmeisen (Poecile atricapilla) vor die Wahl
zwischen Schwammspinner-Raupen, die sich unterschiedliche Gehalte
an Tanninen und Phenolen angefressen hatten. Sie fanden, dass
die Vögel die Raupen mit Leichtigkeit auseinander halten
konnten und Tiere mit niedrigen Gehalten an pflanzlichen Abwehrstoffen
klar bevorzugten.
"Dies sind intelligente Vögel
mit einem ausgeprägten Lernvermögen", so Müller.
Gleichzeitig hätten die Meisen - ähnlich dem sprichwörtlichen
Bauer - auch eine Vorliebe für bereits bekannte Nahrung an
den Tag gelegt.
Was wie eine nichtige Geschmacksfrage
anmute, könnte schwerwiegende ökologische Konsequenzen
haben, betont Müllers Kollege Scott McWilliams von der University
of Wisconsin. Indem der Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre
steige, könnten Schwarzkopfmeisen und andere Schädlingsvertilger
vielleicht nicht mehr genügend Nahrung finden, so der Biologe.
Und von dem Fraßdruck befreit, könnten sich wiederum
die Raupen stark vermehren und ganze Wälder entlauben.
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