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Artenvielfalt:
Tausende Nutztiere und -pflanzen vor
dem Aussterben
Immer mehr Nutztiere und -pflanzen
sterben aus. Wissenschaflter warnen vor einer zunehmenden genetischen
Verarmung.
Ständig kommen neue Lebensmittelkreationen
auf den Markt. Diese werden aber mit immer weniger Pflanzensorten
und Tierrassen produziert. Die Folge: immer mehr Nutztiere und
-pflanzen sterben aus. Allein im Tierbereich sind weltweit in
den letzten hundert Jahren 1.000 der anerkannten 6.400 Nutztierrassen
ausgestorben, 300 davon in den vergangenen 30 Jahren. Weitere
2000 Rassen sind in Gefahr. Tatsächlich genutzt werden die
wenigsten der existierenden Rassen.
"Folge dieser Entwicklung
ist eine zunehmende genetische Verarmung", warnt Ulrich Petschow,
Wissenschaftler am Institut für ökologische Wirtschaftsforschung
(IÖW). "Der Erhalt der Vielfalt der genutzen Sorten
und Rassen in der Landwirtschaft, der Agrobiodiversität,
ist wichtig als Schutz gegen Missernten, Schädlings- oder
Krankheitsanfälligkeit sowie als Potenzial für die langfristige
globale Ernährungssicherung".
Als Hauptursache für den
Verlust von Agrobiodiversität gilt die weltweite Durchsetzung
moderner Landwirtschaft mit Hochleistungssorten und -rassen. Zur
diesjährigen Grünen Woche fordern deshalb Expertinnen
und Experten aus fünf wissenschaftlichen und praxisnahen
Institutionen eine Agrarpolitik, die den Schutz der Agrobiodiversität
stärker berücksichtigt.
Anita Idel, Projektkoordination
Tiergesundheit & Agrobiodiversität fordert: "Die
gegenwärtige Ausrichtung der Züchtungspraxis muss sich
ändern: Die einseitige Orientierung auf Hochleistung führt
zwar kurzfristig zu höheren Erträgen, beinhaltet aber
mittel- bis langfristig erhebliche Risiken. Erfolge bei der heutigen
Nutzung alter Kartoffelsorten, den Angler Sattelschweinen oder
lange vernachlässigter Geflügelrassen wie der Diepholzer
Gans zeigen, dass eine Nachfrage nach alten Sorten und Rassen
wieder initiiert werden kann."
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