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Jahr des Affen: Gefahr für nächsten
Verwandten des Menschen bleibt
Gorilla, Schimpanse, Bonobo
und Orang-Utan: Auch im chinesischen «Jahr des Affen»
kämpft der nächste Verwandte des Menschen ums Überleben.
Frankfurt/Main (dpa) - Auch im
«Jahr des Affen», das nach dem traditionellen chinesischen
Mondkalender an diesem Donnerstag (22. Januar) beginnt, kämpft
der nächste Verwandte des Menschen ums Überleben. Alle
vier Menschenaffenarten - Gorillas, Schimpansen, Bonobos und Orang-Utans
- seien vom Aussterben bedroht, betonte die Umweltstiftung World
Wide Fund for Nature (WWF) am Dienstag in Frankfurt am Main. Kriege,
Wilderei und das Vordringen des Menschen in die entlegensten Winkel
ihrer Lebensgebiete hätten die Primaten an den Rand der Ausrottung
gebracht.

©
WWF-Canon Michel Terrettaz
Besonders
schlimm steht es um den Orang Utan in den Wäldern
Indonesiens.
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Besonders schlimm stehe es um
den Orang Utan in den Wäldern Indonesiens. Weniger als 30
000 Tiere lebten noch auf Sumatra und Borneo - mit wenig Perspektive
für die Zukunft. «Wenn die Menschen so weitermachen,
wird der Orang Utan vielleicht schon das nächste "Jahr
des Affen" 2016 nicht mehr erleben», sagte WWF-Tropenwaldexperte
Markus Radday. Die politische Instabilität Indonesiens seit
dem Sturz der Regierung im Jahr 2000 lasse das Schlimmste befürchten:
Lizenzen für Holzeinschlag würden zu hunderten ohne
jede Kontrolle und selbst für Nationalparks vergeben. Indonesien
sei das Land mit dem höchsten Waldverlust. Anarchie und Bürgerkrieg
machten die Arbeit der Naturschützer zunichte.
Auch in Afrika seien politische
Verhältnisse neben der großflächigen Abholzung
der Regenwälder mitverantwortlich für die Gefährdung
der Menschenaffen, sagte Radday. Wo bewaffnete Konflikte ausbrechen,
fehlten bald Wissenschaftler und Naturschützer, die auf die
Einhaltung der Artenschutzbestimmungen achteten. Bei ihrer Rückkehr
müssten sie häufig von vorn anfangen. «Der Nationalpark
Salonga in der Demokratischen Republik Kongo ist komplett leer
gewildert», sagte Radday. Von einst 100 000 Bonobos im vom
Bürgerkrieg zerrütteten Kongo sind nach Schätzungen
des WWF heute nur noch 5 400 übrig.
Illegaler Tierhandel und Krankheiten
gehören ebenfalls zu den ernsten Bedrohungen für die
Tiere. In Zentralafrika sind nach Erkenntnissen des WWF zurzeit
Gorillas und Schimpansen von der tödlichen Ebola-Seuche bedroht.
Vor allem der Schutz der Regenwälder
sei für das Überleben der Menschenaffen wichtig, betonte
Radday. Auch die direkte Bewachung der Tiere zum Schutz vor Wilderern
sei Erfolg versprechend - mit einem solchen Programm sei es gelungen,
die Zahl der Berggorillas seit 1989 von 620 auf 700 zu erhöhen.
In Indonesien soll ein Aktionsplan die Orang Utan-Bestände
in vier Regionen zumindest stabilisieren.
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