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Artenschutz:
Trend zur Naturmedizin gefährdet
Wildpflanzen
Der weltweite Trend zur Naturmedizin
gefährdet zahlreiche Pflanzen in ihrem Bestand: Bis zu einem
Fünftel aller medizinisch genutzten Pflanzen sind vom Aussterben
bedroht.
London (dpa) - Der weltweite
Trend zur Naturmedizin gefährdet nach neuen Untersuchungen
zahlreiche Pflanzen in ihrem Bestand: Bis zu einem Fünftel
aller medizinisch genutzten Pflanzen sind demnach vom Aussterben
bedroht, weil sie zu radikal abgeerntet werden. Das berichtet
Alan Hamilton, Biologe der Umweltschutzorganisation WWF, in der
jüngsten Ausgabe des Fachmagazins «New Scientist»
(Nr. 2429, S. 10). Auch in Deutschland haben einer Forsa-Umfrage
für die Zeitschrift «Stern» zufolge bereits 35
Prozent der Befragten pflanzliche Medizin mit Erfolg eingesetzt.
Ein weiteres Drittel würde es gerne ausprobieren.
Zwei Drittel der rund 50.000
medizinisch genutzten Pflanzen werden wild gesammelt und nicht
in Kulturen neu angepflanzt, berichtet Hamilton. Viele arme Menschen
lebten davon, doch würden sie mit den Pflanzen letztlich
auch ihre eigene Verdienstmöglichkeit vernichten.
Ein Beispiel für besonders
gefährdete Arten sei etwa der für eine Krebsarznei benötigte
Baum Tetu lakha (Nothatodytes foetida) aus den Regenwäldern
Südindiens und Sri Lankas. Auch der indische Korbblütler
Saussurea lappa, der bei chronischen Hautkrankheiten hilft, oder
das Liliengewächs Fritillaria cirrhosa aus China, das gegen
Atemwegserkrankungen eingesetzt wird, seien bedroht.
Der Markt für Prostata-Präparate
aus der Afrikanischen Stinkholzrinde sei bereits zusammengebrochen,
weil durch das vollständige Abschälen die meisten Bäume
zerstört worden seien und nicht genug Nachschub produziert
werden könne. Traditionell sei höchstens die Hälfte
der Rinde abgeschält worden. Hamilton kritisiert, dass in
Großbritannien elf der 16 Pflanzenprodukt- Hersteller nur
Wildpflanzen verarbeiteten, aber nicht in Neuanbau und Aufforstung
investierten.
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