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Neobiota: Exoten verursachen Kosten
in Millionenhöhe
Eingeschleppte Tier- und Pflanzenarten
verursachen allein in Deutschland jedes Jahr Kosten in dreistelliger
Millionenhöhe.
(jkm) - Immer häufiger tauchen
Tier- und Pflanzenarten in Gebieten auf, in die sie durch natürliche
Ausbreitung nicht gelangen könnten. Auch in Deutschland verursachen
diese Neobiota enorme Kosten, haben Ökologen der Universität
Frankfurt am Main berechnet. Laut ihrer für das Umweltbundesamt
erstellten Studie schlagen allein 20 gebietsfremde Arten pro Jahr
mit durchschnittlich 167 Millionen Euro zu Buche.
Absichtlich, etwa im Falle von
Zierpflanzen, oder unbeabsichtigt, beispielsweise im Ballastwasser
von Schiffen, können Tiere und Pflanzen natürliche Ausbreitungsbarrieren
wie Meere oder Gebirge überwinden. Durch die Globalisierung
von Verkehr und Handel zusätzlich beschleunigt, können
die Neuankömmlinge ökologische, ökonomische und
auch gesundheitliche Schäden verursachen.
Ein Paradebeispiel ist der aus
dem Kaukasus stammende Riesenbärenklau, auch bekannt als
Herkulesstaude. Der Doldenblütler verdrängt einheimische
Arten, kann bei unachtsamer Berührung schwere Hautschäden
verursachen und muss mit großem Aufwand bekämpft werden.
Die durch diese Art verursachten Kosten schätzen die Frankfurter
Ökologen auf derzeit 12,3 Millionen Euro pro Jahr. Im Falle
der Kastanienminiermotte betragen die jährlichen Kosten sogar
19,2 Millionen Euro.
Zu den untersuchten Arten gehören
außerdem Beifußambrosie, Roteiche, Traubenkirsche,
Mehlmotte, Getreidekapuzinerkäfer, Bisam und Kamberkrebs.
Laut Mitteilung des Umweltbundesamtes zeigt die Studie, dass staatlicherseits
national und international weiterer Handlungsbedarf besteht, will
man die "Exoten" unter Kontrolle bringen.
Ein wichtiger Punkt seien dabei
Aufklärung und Einbeziehung der Öffentlichkeit. Dementsprechend
ruft das Amt dazu auf, keine fremden Arten aus dem Urlaub mitzubringen,
in die Natur zu entlassen oder im Garten anzusiedeln.
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