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- 15.12.2003 -

 

 

 

 

 

 


 

Tierschützer: Jagd auf zahlreiche Tiere verbieten

Tierschützer haben ein Jagdverbot für zahlreiche Tiere in Deutschland gefordert.

Bonn (dpa) - Es gebe derzeit hohe Abschusszahlen bedrohter Tiere wie Dachs, Wiesel, Iltis oder Rebhuhn, kritisierte der Deutsche Naturschutzring (DNR) am Montag in Bonn und verwies auf die in der vergangenen Woche vorgestellte Jagdstatistik 2002/03. Demnach seien von April 2002 bis März 2003 rund 47.000 Dachse, knapp 13.000 Wiesel, 12.000 Iltisse und 11.000 Rebhühner erlegt worden.

Der DNR forderte daher eine grundlegende Reform des Bundesjagdgesetzes. So solle eine Jagd nur noch dann zulässig sein, wenn Tierarten nicht in ihrem Bestand gefährdet sind und eine Verringerung des Bestandes aus ökologischen oder anderen zwingenden Gründen geboten ist.

Der Deutsche Jagdschutz-Verband (DJV) in Bonn wies die Kritik der Naturschützer zurück. «In Deutschland wird keine Tierart bejagt, die vom Aussterben bedroht ist», hob DJV-Geschäftsführer Rolf Eversheim hervor. So seien etwa Dachs, Wiesel und Iltis nicht bedroht. Die Rebhuhn-Bestände seien zwar zum Teil gefährdet. Aber in den Regionen, in denen sie bedroht seien, gebe es auch keine Jagd.

Nach Ansicht des DNR sollen dem Jagdrecht künftig nur noch Rot- und Damhirsche, Sikahirsche, Rehe, Gämse, Mufflons, Wildschweine und Wildkaninchen unterliegen - unter bestimmten Voraussetzungen auch Füchse, Steinmarder, Stockenten und Fasane. Der Abschuss oder Fang von Katzen oder Hunden sei grundsätzlich zu untersagen.

Rehe und Rotwild vermehren sich laut DNR zu stark. Die Fütterung der Tiere und die Gabe von Medikamenten sollten verboten werden, forderte der DNR. Die Fütterung sei eine wesentliche Ursache der zu großen Bestände. Zusammen mit der Medikamentengabe greife sie stark in die Natur ein. Rehe schädigten die Bäume, indem sie Triebe abbissen. Rotwild hinterlasse beim Geweih-Abrieb große Schäden, sagte DNR-Generalsekretär Helmut Röscheisen.

 


© dpa

Dachs: hohe Abschusszahlen


 Mehr Informationen:

DNR

DJV

 

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