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Tierschützer: Jagd auf zahlreiche
Tiere verbieten
Tierschützer haben ein
Jagdverbot für zahlreiche Tiere in Deutschland gefordert.
Bonn (dpa) - Es gebe derzeit
hohe Abschusszahlen bedrohter Tiere wie Dachs, Wiesel, Iltis oder
Rebhuhn, kritisierte der Deutsche Naturschutzring (DNR) am Montag
in Bonn und verwies auf die in der vergangenen Woche vorgestellte
Jagdstatistik 2002/03. Demnach seien von April 2002 bis März
2003 rund 47.000 Dachse, knapp 13.000 Wiesel, 12.000 Iltisse und
11.000 Rebhühner erlegt worden.
Der DNR forderte daher eine grundlegende
Reform des Bundesjagdgesetzes. So solle eine Jagd nur noch dann
zulässig sein, wenn Tierarten nicht in ihrem Bestand gefährdet
sind und eine Verringerung des Bestandes aus ökologischen
oder anderen zwingenden Gründen geboten ist.
Der Deutsche Jagdschutz-Verband
(DJV) in Bonn wies die Kritik der Naturschützer zurück.
«In Deutschland wird keine Tierart bejagt, die vom Aussterben
bedroht ist», hob DJV-Geschäftsführer Rolf Eversheim
hervor. So seien etwa Dachs, Wiesel und Iltis nicht bedroht. Die
Rebhuhn-Bestände seien zwar zum Teil gefährdet. Aber
in den Regionen, in denen sie bedroht seien, gebe es auch keine
Jagd.
Nach Ansicht des DNR sollen dem
Jagdrecht künftig nur noch Rot- und Damhirsche, Sikahirsche,
Rehe, Gämse, Mufflons, Wildschweine und Wildkaninchen unterliegen
- unter bestimmten Voraussetzungen auch Füchse, Steinmarder,
Stockenten und Fasane. Der Abschuss oder Fang von Katzen oder
Hunden sei grundsätzlich zu untersagen.
Rehe und Rotwild vermehren sich
laut DNR zu stark. Die Fütterung der Tiere und die Gabe von
Medikamenten sollten verboten werden, forderte der DNR. Die Fütterung
sei eine wesentliche Ursache der zu großen Bestände.
Zusammen mit der Medikamentengabe greife sie stark in die Natur
ein. Rehe schädigten die Bäume, indem sie Triebe abbissen.
Rotwild hinterlasse beim Geweih-Abrieb große Schäden,
sagte DNR-Generalsekretär Helmut Röscheisen.
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