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- 11.12.2003 -

 

 

 

 

 

 


 

Dürre hat Folgen: Dem deutschen Wald geht es wieder schlechter

Dem deutschen Wald geht es wieder schlechter: Nur noch knapp ein Drittel aller Bäume ist gesund.

Berlin (dpa) - Nach dem am Donnerstag in Berlin vorgestellten Waldzustandsbericht der Bundesregierung sind 31 Prozent aller Bäume ohne sichtbare Schäden. Vor einem Jahr waren noch 35 Prozent gesund. Damit ist der Negativrekord von 1992 fast wieder erreicht, die Erholung in den 90er Jahren auch auf Grund der extremen Trockenheit im vergangenen Sommer zunichte. «Das sind sehr schlechte Nachrichten», sagte Agrar-Staatssekretär Matthias Berninger (Grüne). Umweltschützer forderten eine «ökologische Wende» in der Verkehrs- und Agrarpolitik.

23 Prozent aller Bäume zeigen jetzt deutliche Schäden, zwei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Massive Beeinträchtigungen gibt es vor allem bei Eichen und anderen Laubbäumen. «Die Schädigung des Waldes hat enorm zugenommen», sagte Berninger. Dafür verantwortlich sei neben dem extrem trockenen Sommer vor allem die Belastung durch Stickoxide, Ammoniak und Ozon. Aus finanziellen Gründen hätten private wie öffentliche Waldbesitzer das Kalken des Waldbodens stark reduziert. Dadurch habe die Übersäuerung weiter zugenommen. Neben der Landwirtschaft seien vor allem Schadstoffe durch den Verkehr für den negativen Trend verantwortlich. «Es macht Sinn, dem Wald zu Liebe ab und an die Bahn zu benutzen», sagte Berninger.

Die Folgen der massiven Trockenheit in diesem Sommer werden sich nach Angaben des Ministeriums erst im nächsten Jahr voll auswirken. Dann müsse mit einer weiteren Verschlechterung gerechnet werden. Vor allem eine massive Ausbreitung des Borkenkäfers sei zu befürchten. Bund und Länder müssten schnell handeln, auch der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln müsse «unideologisch» gehandhabt werden, sagte Berninger.

Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) wies auf den Zusammenhang zwischen Waldschäden und Klimawandel hin. Der extrem trockene Sommer habe die Situation verschlechtert. Der Verband der Waldbesitzer forderte die Bundesregierung auf, die privaten Eigner stärker beim Schutz von Wald und Trinkwasser zu unterstützen. Der Naturschutz- Verband BUND forderte: «Der Waldschadensbericht darf nicht zu einem jährlichen Ritual ohne Folgen verkommen.» Vor allem in der Verkehrspolitik müsse gegengesteuert werden.

 


© H.-G. Oed/BMU

Dem deutschen Wald geht es wieder schlechter: Nur noch knapp ein Drittel aller Bäume ist gesund.

 

 Mehr Informationen:

Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft

BUND

vista verde: Wald

 

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