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Pflanzliche Invasoren:
Amerikanischer Strauch liebt europäischen
Boden
Die amerikanische Traubenkirsche
fühlt sich in Europa offenbar wohler als in ihrer Heimat
und verbreitet sich stark.
(jkm) - Die amerikanische Traubenkirsche
(Prunus serotina) fühlt sich in Europa wohler als in ihrer
Heimat. Die Sträucher haben sich in Teilen Europas bereits
so stark verbreitet, dass heimische Varianten dauerhaft verdrängt
werden könnten. Amerikanische und niederländische Forscher
berichten jetzt, Bodenmikroben begünstigten die Invasion
der Sträucher.
Die amerikanische Traubenkirsche
ist ein anspruchsloser Strauch. Seinen Namen verdankt er den traubenartigen
Blüten und den bei Wildtieren beliebten schwarzen Früchten.
Unter günstigen Bedingungen kann das Gehölz zehn Meter
hoch wachsen. Diese Bedingungen findet die Traubenkirsche zur
Zeit in den Niederlanden, Belgien und Deutschland vor.
"Der Strauch hat sich teilweise
zu einer regelrechten Plage entwickelt", weiß Keith
Clay, Biologe an der Indiana University Bloomington. Zusammen
mit Kollegen vom Centre for Terrestrial Ecology in den Niederlanden
hat er die Ursachen für die überraschende Dominanz des
Strauches untersucht.
Auf vier Versuchsflächen
in den USA und den Niederlanden ließen die Forscher Setzlinge
der amerikanischen Traubenkirsche für zwei Monate in verschiedenen,
teils sterilisierten Bodenmischungen wachsen. Im Magazin "Ecology
Letters" berichten sie jetzt, dass die Zahl der mikrobiellen
Gegner über das Wohl des Strauches entscheide.
In seiner nordamerikanischen
Heimat habe der Strauch mit Bodenpilzen der Gattung Pythium zu
kämpfen, die seinen Wuchs hemmten. Doch diese "Bremse"
fehle offenbar in Europa. Stattdessen treffe der Strauch auf eine
Mischung von Bodenmikroben, die sein Wachstum noch begünstigten.
Die Forscher wollen mit Hilfe
der Bodenanalysen die Ausbreitung der Traubenkirsche besser vorhersagen
können, um den pflanzlichen Invasoren auf bedrohten Flächen
möglichst rechtzeitig entgegenzuwirken.
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